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Islamabad, 6.11.2011

Liebe Leserin, lieber Leser,

dies sind meine letzten aktuellen Nachrichten, die ich hier unter NEWS veröffentliche. Derzeit bin ich in Pakistan und pendle zwischen der Hauptstadt Islamabad und der  Nachbarstadt Rawalpindi. In Rawalpindi - meist liebevoll nur "Pindi" genannt - habe ich vor einigen Tagen meinen treuen Ganesha kunstvoll bemalen und dekorieren lassen. In ein paar Tagen geht es dann ab nach Hause, weil ich meine Projekte und Arbeiten hier abgeschlossen habe. Ich habe in Pindi auch einen sehr guten Web-Designer kennengelernt, mit dessen Hilfe ich meine neue Homepage erstellt habe. Mein neuer Web-Auftritt bietet einen guten Überblick über meine letzten Reise und Projekte. Auf dieser neuen website könnt Ihr weiterlesen, was ich in den letzten Wochen in Pakistan erlebt habe und wie es den Schülerinnen und Schülern in ihren neuen Schule im Yasin Valley (Nordpakistan) gefällt, die mit Spendengeldern aus Österreich gebaut wird.

Ich bedanke mich für den Besuch auf dieser website und wünsche viel Freude beim Weiterlesen auf meiner neuen website - made in Pakistan:

www.rudolf-gossenreiter.at

Gilgit, 29.8.2011

Liebe Freunde!

Vor 3 Tagen haben wir ganz ungeplant viele unserer Freunde aus dem Yasin Tal hier in Gilgit wieder getroffen und haben gemeinsam den Abschied meiner österreichischen Freunde gefeiert. Seit unserem gemeinsamen Trekkingtag hatten wir uns ja 3 Wochen lang nicht mehr gesehen.  Wir hatten einander viel zu erzählen – vor allem von unserer 16-tägigen Trekkingtour im Karakorum und unserem Ausflug ins Land der Hunzas.

Von Yasin aus waren wir bei herrlichem Wetter über den staubigen KKH ins Hunzatal gefahren. Vor 4 Jahren bin ich bis chinesischen Grenze am 4730 Meter hoch gelegenen Khunjerab Pass hochgefahren. Seit letztem Jahr blockiert allerdings ein 25 Kilometer langer See, der durch einen gewaltigen Erdrutsch entstanden ist, den KKH. Mit Gani haben wir uns die 150 Höhenmeter Staub und Geröll hinaufgekämpft, um den künstlichen See zu sehen. Gani hat echt sein Bestes gegeben und gezeigt, was er drauf und drin hat – nämlich beste Allradtechnik aus Österreich! - Dann ging unser wilder Ritt die Geröllhalde wieder hinunter und zurück nach Karimabad, der Hauptstadt der Hunzas. Dort genossen wir die wunderbar entspannte Atmosphäre in dieser fantastischen Gebirgsregion einige Tage lang und fuhren wieder an unserem Lieblingsberg, den 7788 Meter hohen Rakaposhi vorbei, dessen Basislager wir einige Tage vorher besucht hatten.

Um zum Ausgangspunkt unseres Treks zu kommen, mussten wir von Gilgit nach Skardu fahren. Diese 200 Kilometer sind ziemlich abenteuerlich und die schmale Strasse führt durchs wilde und enge Industal. Die Strecke ist allerdings harmlos gegen die Strecke von Skardu nach Askole, dem Ausgangspunkt unseres Karakorum Treks. Am 6. August fuhren wir mit dem Jeep in Skardu los und mussten kurz vor Askole einen Kilometer zu Fuß gehen, da ein landslide die Strecke wieder mal blockiert hat. Auf der anderen Seite erwartete uns ein einziger Jeep, auf dessen kleiner Ladefläche wir 25 Leute und unser Gepäck verstauen mussten! Gott sei Dank ist Susanne mit dem anderen Jeep zurückgefahren, denn der nun folgende Wegabschnitt war der geilste Ritt, den ich je erlebt hatte! Zentimeterweise an den Felsenwänden und am Flussufer entlang: der Fahrer war verdammt gut drauf – gratuliere!

Im 3000 Meter hoch gelegenen Askole übernachteten wir das 1. Mal in unseren von der Agentur bereitgestellten Zelten und lernten dann unser Team kennen. Tags darauf brachen wir bei schönem Wetter mit mehr als 30 Trägern und dem 5-köpfigen Betreuerteam zu unserem 16-tägigen Trek zum K2 Basislager auf.  Unser Koch Ali zauberte wunderbares Essen hervor, unser Gepäck wurde transportiert und unsere Zelte aufgestellt. Also alles bestens! Im 2. Lager in Paju legten wir einen Ruhetag ein und durfte in unserem Messezelt einen ganz besonderen Gast begrüßen: nämlich den Skyrunner Christian Stangl aus OÖ! Der hatte zum 4. Mal kein Glück bei der Besteigung des K2! Und er hatte noch dazu Pech, da das Pferd, das sein Gepäck ins Lager bringen sollte, auf dem schwierigen und steinigen Weg über den Gletscher verunglückt war und sein Gepäck erst einige Tage später angekommen ist!

Der 3. Tag war lang und hart. 9 Stunden Fußmarsch über Stein und Geröll auf dem Baltoro Gletscher waren für alle eine ziemliche Herausforderung! Die nächsten 2 Tage waren leichter und kürzer. Als wir das Concordia Camp erreichten, fing es heftig zu schneien an. Dieses Mal halfen wir unseren Trägern beim Herbeischaffen der Steine für ihre primitiven Unterkünfte, mit denen sie sich vor Schnee und Kälte schützen. Die Träger errichten aus Steinen eine ca. halben Meter hohe Schutzmauer, über die sie eine Plastikplane spannen. Darunter kochen sie ihren Tee, machen ihre Chapatis (Fladenbrote) und verheizen mit ihren Öfen jede Menge Kerosin, damit sie es schön warm haben unter ihrer Plane.

Träger zu sein ist ein harter Job, der zwar für pakistanische Verhältnisse mit ca. 500 bis 700 Rupees pro Tag (ca. 4-6 Euro) gut bezahlt ist, aber auch ziemlich gefährlich ist. Immer wieder kommt es vor, dass Träger bei Flussdurchquerungen und durch Felsstürze und Vermurungen ums Leben kommen. Dafür bekommen ihre Verwandten von der Versicherung 50.000 Rupees bezahlt (nur knapp mehr als 400 Euro!) Bei den Trägern galten wir nun dank unserer Mithilfe als „good members!“ und konnten danach immer voll und ganz auf ihre Hilfe zählen. 

Auf dem Concordia Platz treffen insgesamt 14 Gletscher aufeinander und bei schönem Wetter hat man einen herrlichen Rundblick auf die beeindruckenden Bergriesen ringsum. Der Campground war an diesem Tag ziemlich voll mit einer Vielzahl bunter Zelte. Dazwischen streiften die  meist dick vermummten Zeltbewohner umher, um sich bei Temperaturen um den Nullpunkt warm zu halten. Alle warteten auf  besseres Wetter und auf das erhoffte Erscheinen des Platzherrn, des K2 - auch Cho Giri genannt. Und wieder Erwarten zeigte er sich für kurze Zeit: ein majestätischer Anblick und der Abend war gerettet!

Nach dem köstlichen Abendessen haben wir uns bereits kurz nach 20:00 in unsere dicken Schlafsäcke eingerollt und haben noch mit halbem Ohr dem Singen und Tanzen unserer Träger und unseres Küchenteams zugehört. Das war so ziemlich ihre einzige Form der Unterhaltung während des Treks. Nachts hat es wieder geschneit, und es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis, wenn man morgens wach wird, die Zeltplane zurückschlägt und einem der Schnee ins Gesicht fälltJ Dieser Vorgang hat sich dann immerhin eine Woche lang in ähnlicher Form wiederholt! Für Warmduscher ist dieser harte Trek sicher nicht geeignet!

Von Concordia sind wir bis zum 1. Broad Peak Basecamp gegangen. Tags darauf haben wir mit unserem Guide Adbul und 3 Hochträgern das Hochlager für die Besteigung des 6200 m hohen Pastori Peaks gesucht. Das Blöde an dieser Geschichte war nur, dass Abdul keine Ahnung hatte, wo genau der Pastori und das Highcamp zu finden seien, da er noch nie in dieser Gegend gewesen war! Wir haben dann gemeinsam einen brauchbaren Platz gefunden und bei Schneefall unsere Zelte aufgestellt. Um 2:00 wollten wir eigentlich losgehen, aber Abdul stellte sich während des heftigen Schneefalls schlafend. Nachdem wir Abdul als Führer nicht vertrauen konnten und das Wetter seit einigen Tagen sehr unbeständig war, haben wir unsere Bergtour aus Sicherheitsgründen abgebrochen und sind wieder in unser Basislager zurück. Mit Bert bin ich dann zwischen den riesigen Eisblöcken rumgelaufen, um abends gut schlafen zu können.

Am nächsten Tag sind wir 2,5 Stunden zum Basislager des K2 gewandert und haben an einer Gedenkstätte den mehr als 100 Toten gedacht, die an diesem äußerst schwierig zu besteigenden Berg verunglückt sind. Das Basecamp war ganz leer, da alle Teams wegen des schlechten Wetters bereits aufgegeben hatten. Auf dem Rückweg besuchten wir ein iranisches Team, das bereits seit 6 Wochen den Broad Peak bezwingen wollte – ebenfalls erfolglos! Grund zum Lachen gab´s dann aber trotzdem: Beim Anziehen meiner Bergschuhe glaubte ein Iraner, dass ich seine Schuhe anziehen würde! Beim genauen Betrachten der Schuhe stellte sich dann schließlich heraus, dass er genau das gleiche Modell in gleicher Farbe und Größe hat wie ichJ 

Vom iranischen Lager waren es noch ca. 4 Stunden Fußmarsch zum Concordia. Der Weg über die Gletscher ist im Allgemeinen meist einfach zu finden. Steinpyramiden markieren den Weg, den schon viele Expeditionen mit berühmten Bergsteigern vor uns begangen haben. An diesem Nachmittag fing es allerdings zu schneien an und wir waren froh, dass uns unsere Führer den verschlungenen Weg durch die Eisberge vorm Concordia gezeigt haben. Gerhard war nach dem 9-stündigem Marsch ziemlich fertig und bezeichnete unsere Tagesetappe als „Asshole-Trail“. Bert und mir hingegen gefiel diese mystische Wanderung durch die verschneite Eislandschaft äußerst gut! - Ralph war an diesem Tag nicht dabei, da er seinen Durchfall auskurieren musste. Ganz zu Beginn war er immer der Erste gewesen und schon vor den Trägern am Ziel. Wir haben ihn gewarnt, er wollte es aber nicht glauben, dass er bald einen Einbruch haben werde!

Am nächsten Morgen hatten wir zu unserer großen Freude strahlend schönes Wetter, und ich bin vor lauter Fotografieren fast nicht zum Frühstücken gekommenJ Das Wetter hätte schöner nicht sein können: Genau vor uns der K2 (8611m), rechts davon der Broad Peak (8025m), daneben die Gasherbrums und im Süden der oder die faszinierende Choga Lisa. Die Masherbrum Wall war auch klar zu sehen und links vom K2 beeindruckte uns der Marble Peak. Voller Freude und Enthusiasmus brachen wir auf und wanderten inmitten dieser beeindruckenden Bergwelt über einen Gletscher zum Ali Camp. Von dort brachen wir bereits um 1:00 morgens bei Schneefall zum Gondokhoro La Pass auf. Im Licht der Stirnlampen suchten wir uns unseren Weg über verschneite Steine und Gletscherspalten zur Passhöhe. Fixseile gaben vor allem den Trägern in ihren zumeist billigen Plastikschuhen ein wenig Sicherheit. Um 4:30 ereichte unsere nächtliche Karawane den 5500 Meter hohen Pass. Es wurde schon langsam hell, als sich die Träger an den gefährlichen Abstieg machten, der ebenfalls mit Fixseilen gesichert war. Gott bzw. Allah sei Dank ist alles gut gegangen und wir konnten uns dann um 9:00 morgens nach einem ausgiebigen Essen an einem schönen Platz schlafen legen.

Die gefürchtete Überquerung war also geschafft! Jetzt trennten uns nur mehr 2 Tagesmärsche von Hushey, dem Tor zur Zivilisation. Von Hushey fuhren wir dann per Jeep durch ein wunderschönes Tal, das ich bereits 2007 kennengelernt hatte. Den Shyok Fluss folgend erreichten wir Kaphlu und von dort ging es den Indus entlang zurück nach Skardu, wo uns bereits die Susanne erwartete. Wir blieben einige Tage zum Ausspannen im Hotel und genossen die angenehme Wärme und das Zusammensein mit anderen Bergsteigern. Die überschüssigen Kilos waren auch weg, sodass wir ganz entspannt und gelassen nach Gilgit zurückfahren konnten.

So, ich hoffe, dass ich euch mit meiner diesmal etwas lang geratenen Geschichte nicht gelangweilt habe, und ich wünsche euch ähnlich intensive Erlebnisse und Eindrücke, wie wir sie während des Treks gehabt haben sowie viel Freude beim Anschauen der Bilder von diesem grossartigen Trek:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Concordia_Trek_2011

Herzliche Grüße aus dem fernen Baltistan!
Mukti und Gani

Gilgit, 28.8.2011

Hallo Leute,

seit 2 Tagen bin ich nun wieder alleine! 5 Wochen lang war ich nun mit meinen bereits Hitze- und Stauberprobten Freunden zusammen, und gemeinsam haben wir viele Abenteuer bestanden. Das letzte gemeinsame Abenteuer war die Fahrt mit meinem guten Gani zum Busbahnhof in Gilgit. Ursprünglich wollten Susanne, Bert, Gerhard und Ralph ja mit dem Flieger nach Islamabad, aber wegen des schlechten Wetters wurde der Flug (wieder einmal!) storniert. Blieb also nur mehr die Alternative mit Bus oder Taxi! Und dann erfuhren wir am Abend vor der Abfahrt zu unserer großen Bestürzung, dass ein Hangrutsch den Karakorum Highway unpassierbar gemacht hat! Dank einer nächtlichen Sonderschicht der pakistanischen Armee war der KKH morgens wieder passierbar und ich hoffe, dass meine Freunde die 20-stündige Reise gut hinter sich gebracht haben!

Am 18. Juli hatte ich meine 5 Begleiter vom Flughafen in Islamabad abgeholt und einen Tag später ging´s nach einer kurzen Stadtbesichtigung Richtung Norden. Unser 1. Abenteuer war ein abgebrochener Ganghebel. Kurz vor Taxila (der ehemaligen Hauptstadt des Gandhara Reiches) wollte ich einen Gang einlegen und hielt zu meiner Verblüffung einen Teil des Ganghebels in meiner Hand! Unser Glück war, dass wir Gani nur 50 Meter bis in die nächste Werkstatt schieben musste. Die Freude über die gelungene spätabendliche Reparatur (10 Euro Reparaturkosten und einige Fotos aus meinem Fotodrucker) war groß und in einem neueröffneten Luxushotel haben wir eine wunderbare Nacht verbracht.

Nach der Besichtigung des interessanten Museums machten wir tags darauf unsere ersten Kilometer auf dem legendären Karakorum Highway, der 1978 von den Chinesen fertig gestellt worden ist. Zuhause hatte ich mir vorgenommen, in Abbattobad, das ja am Anfang des KKH liegt, nach dem Haus von Osama bin Laden zu fragen, der ja einige Monate zuvor dort (angeblich) getötet worden war. Susanne bekam Angst bei diesem Gedanken und einige der Männer hatten auch ein ungutes Gefühl. Ich fragte dann einen jungen Mann nach dem Weg, der uns lächelnd den Weg dort hin erklärte. Wir sind dann doch nicht hingefahren, da das Haus zu abgelegen und die Angst von Susanne zu groß war!

Kurz nach Abbattobad verließen wir den KKH und nahmen eine Abkürzung durch das schöne Kaghan Tal. Und urplötzlich hielt ich wieder den Schalthebel in der Hand! Die Jungs in Taxila hatten einen ganz billigen Metallbolzen verwendet, der den vielen Schaltvorgängen auf den tlw. sehr schlechten Strassen nicht gewachsen war. Danach ging es mehrere Tage im 1. Gang durch die Berge Pakistans, da wir weit und breit keine Bohrmaschine auftreiben konnten, mit der wir den abgebrochenen Bolzen rausbohren konnten, den die Jungs in der Werkstatt voller Freude und mit wuchtigen Schlägen in den Schalthebel geklopft haben.

Unsere Fahrt führte uns dann im 1. Gang auf den Babusar Pass (4100m), den ich 4 Jahre zuvor mit meinen beiden deutschen Freunden Joachim und Theo nicht hatte befahren können, da die Strecke total schlammig war. Vom kühlen Pass ging´s runter ins heiße Chilas und dann weiter bis zur Raikot Bridge, wo wir uns 2 Jeeps genommen haben, um mit ihnen eine atemberaubende Bergstraße hochzufahren. Danach ging´s zu Fuß weiter nach Fairy Meadows, wo wir abends und morgens wunderschöne Ausblicke auf den Nanga Parbat (8126m) hatten.

Kurz vor Gilgit fanden wir endlich eine Werkstatt mit Bohrmaschine! Bert hat als unser „Cheftechniker“ gute Vorarbeit geleistet, sodass wir gemeinsam mit dem Chef der Werkstatt Gani wieder mit einer funktionierenden Schaltung ausstatten konnten. Viel schneller waren wir dadurch allerdings auch, da fast der gesamte Karakorum Highway derzeit ein staubige Rumpelpiste ist. Die chinesischen Baufirmen haben auf ca. 200 Kilometer vor und nach Gilgit den gesamten Asphalt abgetragen. In 2-3 Jahren soll der KKH dann in neuem Glanz erstrahlen – inshallah (so Gott will)!

Wir haben uns dann bei drückender Hitze bis nach Gilgit durchgekämpft, der Hauptstadt der Region Baltistan. Die hintere Schiebetür war wegen der Hitze offen und jedes Mal, wenn ein schnelleres Fahrzeug vorbeidonnerte, musste Ralph die Schiebetür zumachen. Insgesamt haben wir auf dem KKH alle miteinander  sehr viel Staub geschluckt!

Den haben wir dann allerdings bei unseren Gastgebern in Hundur im Yasin Valley, das 140 nordwestlich von Gilgit liegt, ordentlich runtergespült – allerdings nicht mit Alkohol sondern hauptsächlich mit grünem und schwarzen Tee! Am Dienstag, den 26. Juli sind wir in dem wunderschönen Hochtal (ca. 2500 Meter Seehöhe) angekommen und waren als Ehrengäste im Haus des Cousins meines Freundes Muhammad Karim untergebracht. Gulsambar ist der Bruder von Lalik Jan Shaheed, der durch seinen heldenhaften Tod gegen die indische Armee posthum den höchsten Orden Pakistans – den Nishan-e-Haider Award – bekommen hat. Das Märtyrergrab steht direkt neben dem Haus von Gulsambar, der vor einigen Jahren übrigens in Bosnien im Einsatz war und nach 20 Dienstjahren nun seine wohlverdiente Pension genießt!

Mittwochs besuchten wir dann alle den wunderbar gelegenen Platz, wo die neue Schule entsteht. Ich hatte die Ehre in Anwesenheit örtlicher und regionaler Prominenz ein Band zu den in Entstehung begriffenen Klassenzimmern zu durchschneiden. Wir waren beeindruckt, wie Muhammad Karim, der ehemalige Schuldirektor, mit den Spendengeldern aus Österreich (bis jetzt sind über 11.000 Euro an Spenden zusammengekommen) so ein wunderbares Gebäude zustande gebracht hat. Die Fundamente sind aus Stein und die Wände der Klassenzimmer aus Betonziegeln. Bei 4 Klassenzimmern sind bereits die Fenster- und Türstöcke vorhanden. Wenn noch etwas Geld zusammenkommt, werden die 4 Klassenzimmer noch heuer von den Schülerinnen genützt werden können! - Muhammad ist seit kurzem übrigens nicht mehr Schuldirektor sondern „Managing Director“, da er aufgrund seiner zahlreichen Aktivitäten rund um den Schulbau kaum mehr Zeit zum Unterrichten hatte.

Nach dem Schulbesuch wurde uns Obst gereicht und es ging weiter zum sogenannten „Parents Day“. Im bis zum letzten Platz gefüllten großen Saal einer öffentlichen Schule hatte Muhammad mit den Schülerinnen und Schülern seiner Schule ein tolles Programm für uns vorbereitet, das auch bei deren Eltern große Begeisterung hervorrief. Ich übergab dann die Grußbotschaften der Kinder der VS Schenkenfelden an die Schülerinnen der „World Roof School“, die begeistert aufgenommen wurden. Wir wurden dann noch als große Spender und Sponsoren geehrt, und ich bekam als ganz spezielles Gastgeschenk einen über 100 Jahre alten Vorderlader geschenkt. Schaut echt super aus, nur wie ich denn über die Grenze bringen soll, ohne dass ich als vermeintlicher Waffenschmuggler an irgendeiner Grenze verhaftet werde, weiß ich noch nichtJ

Am nächsten Tag wurde es dann Ernst für den 26-jährigen Muhammad und seine 23-jährige Fatima. Die Anspannung war ihnen ins Gesicht geschrieben. (Nun weiß ich wieder mal, warum ich bis jetzt nicht geheiratet habeJ) Wir als Ehrengäste, die wie Einheimische eingekleidet worden waren, genossen die festliche Atmosphäre und wurden wie Familienmitglieder rasch in die große Gemeinschaft aufgenommen. Ich hatte eine ganz spezielle Funktion inne: Ich stand – und stehe immer noch - als usham-tati Muhammad und Fatima sehr nahe. Ich bin so was wie ihr Brautvater. Vom Alter her hat es sowieso gepasst, denn ich bin um 25 Jahre älter als Muhammad und könnte damit locker sein Vater sein. Er hat wie ich seinen Vater viel zu früh verloren, und seine Mutter bekommt derzeit 1000 Rupees (ca. 10 Euro) Pension, da ihr Mann seinerzeit Soldat war und in den Bergen durch einen Steinschlag umgekommen ist.

Morgens fuhren wir in einer langen Kolonne von Muhammads Haus los. Muhammad saß in meinem festlich geschmückten Gani und war ziemlich nervös. Zum Haus der Eltern ging es dann nur noch zu Fuß weiter und dort fanden auch die großen Zeremonien und Feierlichkeiten statt. Ich hatte viel Freude beim Fotografieren und viele wunderbare Gelegenheiten und Motive, da ich endlich auch wieder mal Frauen fotografieren durfte. Gegen Ende der Feierlichkeiten wirkte das Hochzeitspaar schon wesentlich entspannter. Wie sie die Hochzeitnacht verbracht haben, weiß ich leider nichtJ

Am nächsten Tag gab es dann noch einige kleine Feierlichkeiten, bei denen ich als usham-tati natürlich auch dabei sein durfte. Die Hochzeit war für uns alle ein sehr schönes und berührendes Erlebnis. Vor allem die unglaubliche Gastfreundschaft und Freundlichkeit unserer pakistanischen Gastgeber war für uns sehr beeindruckend. Das alles hat das Bild meiner Freunde über Pakistan, das man sich im Westen so über Pakistan macht, ganz gewaltig verändert!

Apropos Bilder: Hier gibt es einige Bilder von der Hochzeit zu sehen sowie Bilder von meiner Fahrt von der iranischen Grenze bis ins Yasin Valley:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Hochzeit_im_Hindukusch

Wir haben dann tags darauf einen gemeinsamen Trek zu einem Gletscher gemacht und haben danach schweren Herzens Abschied von unseren Freunden genommen. Wie es danach weitergegangen ist, und ob wir unsere überschüssigen Hochzeitskilos wieder losgeworden sind, erfahrt ihr im nächsten Newsletter, der demnächst erscheinen wird.

Herzliche Grüße aus dem Madina Guesthouse in Gilgit, das wahrscheinlich bald zusperren wird, da es in Pakistan leider immer weniger Backpackers gibt!
Mukti und Gani

 

PS: An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei allen Spenderinnen und Spendern bedanken, durch deren Spenden der Bau der Schule ermöglicht wird –  vielen Dank nochmals!

Wer Interesse an einer Mitgliedschaft im Verein „Bildung für Pakistan“ hat, möge sich bitte bei mir melden. Der jährliche Mitgliedsbeitrag beträgt 50 Euro und wird zur Gänze zum Neubau der Schule und zur Finanzierung des Schulgeldes (2-3 Euro pro Monat) bedürftiger Schülerinnen verwendet.

Weitere Infos über die Schule finden sich auf folgender Homepage:

www.bildung-fuer-pakistan.at

Und hier sind die Daten des Spendenkonto „Bildung für Pakistan“:

Kontonummer: 2.212.215

BLZ: 34277

Schenkenfelden, 11.5.2011

Anfang dieses Monats war Pakistan wieder ganz groß  in den internationalen Medien!  Nach der Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer war es diesmal der etwas mysteriöse  Tod von Osama Bin Laden. Vor 4 Jahren bin ich übrigens durch die Stadt Abbattobad durchgefahren, in der er mit seiner Familie jahrelang anscheinend recht gut gelebt hat.

In 2 Monaten werde ich nach 2007 und 2008 wieder in Pakistan sein und auf meinem Weg in den Karakorum auch durch Abbattobad fahren. Befreundete Pakistani haben mir versichert, dass wir uns um unsere Sicherheit keine Sorgen machen müssen. "Wir" bezieht sich auf mich,  meinen generalüberholter Ganesha mit stärkerem Motor (1,9TD), den ich letzte Woche aus Ungarn geholt habe, und meine 4 Reisebegleiter, die mit mir 6 Wochen lang den Norden Pakistans bereisen werden. Ich hole sie am 19. Juli am Flughafen in Islamabad ab. Zuerst werden wir den Karakorum Highway bis Gilgit hochfahren. Dann besuchen wir die von einer Bürgerinitiative gegründete Schule im Yasin Valley. Diese Schule, die vor allem Mädchen eine höhere Bildung vermittelt, ist bis jetzt von mir und vielen Spenderinnen und Spendern mit 7000 Euro unterstützt worden. Mit einem Teil des Geldes ist ein Grundstück gekauft worden, auf dem eine moderne Schule mit 14 Klassenzimmern gebaut wird. Die Väter der Schülerinnen haben beim Ausheben der Grundfeste fleißig mitgeholfen, und auf dem 2. Foto sind bereits die ersten Steinmauern zu sehen.

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Um den Bau der Schule zu ermöglichen, habe ich im April mit einigen Freunden den Verein "Bildung für Pakistan" gegründet. Für den Bau einer modernen Schule benötigen  wir ca. 30.000 Euro. Der Verein finanziert den Bau der Schule vor allem durch freiwillige Spenden und durch Mitgliedsbeiträge. Wer Mitglied werden möchte, kann sich von mir gerne die Statuten unseres Vereins schicken lassen. Geplant ist ein jährlicher Mitgliedsbeitrag von 50 Euro.  Mit 30 Euro finanziert jedes Mitglied ganz gezielt eine Schülerin, deren Eltern sich das monatliche Schulgeld von ca. 3 Euro nur schwer leisten können. Der Rest wird für den Bau der Schule verwendet.

Ich würde mich sehr freuen, wenn einige von euch dieses für die Menschen in diesem abgelegenen Gebirgstal so wichtige Bildungsprojekt unterstützen: sei es durch eine Mitgliedschaft oder durch eine Spende (Spendenkonto "Bildung für Pakistan" bei der Raika Schenkenfelden, Kontonummer: 2.212.215, BLZ: 34277). Im Juli werde ich die Spenden dem Direktor persönlich übergeben. Der Direktor freut sich schon sehr auf die Besucher aus Österreich, denn wir werden Ehrengäste bei seiner Hochzeit sein. Muhammad Karim wird seine Fatima heiraten. Das Fest wird 3-4 Tage dauern, und wir werden wie Einheimische eingekleidet werden:-)

Nach der Hochzeit geht es dann weiter entlang des Karakorum Highways bis zur chinesischen Grenze am Khunjerab Pass auf 4733 m. Und danach wartet auf uns 4 Männer das große Abenteuer: der 15-tägige Trek zum Basislager des K2, des zweithöchsten Berges der Erde! - Über unsere gemeinsamen Erlebnisse in der faszinierenden Gebirgswelt des Karakorum werde ich dann in meinen Vorträgen ab November erzählen.

Meine Begleiter fliegen dann nach Hause. Ich werde noch einige kleine Treks im Karakorum und Hindukusch unternehmen und im Oktober nach Indien fahren. Als alter Indienkenner biete ich Ende Oktober eine ganz besondere Reise ab Neu Delhi an. Die 3-wöchige Reise wird uns nach einer Stadtbesichtigung der 15 Millionen Stadt Delhi an die Ufer des Ganges führen: zu den Yogis und Ashrams in Haridwar und Rishikesh. Dann geht´s durch die Vorgebirge des Himalayas weiter zum Sitz des Dalai Lama in Dharamsala und durch den Punjab zum Goldenen Tempel der Sikhs in Amritsar. Vom fruchtbaren Punjab geht es weiter ins farbenprächtige Rajasthan. Höhepunkt im Wüstenstaat Rajasthan wird der Besuch des berühmten Kamelfestes in Pushkar sein. Krönenden Abschluss der Reise bildet dann das wahrscheinlich schönste Denkmal der Liebe: das Taj Mahal in Agra.

Wer mit mir und Ganesha ein faszinierendes Land abseits der ausgetretenen Touristenpfade kennenlernen möchte, soll sich bei mir möglichst bald nach den Details erkundigen, da die Größe der Gruppe auf 5 Personen beschränkt ist. Kosten wird die Reise inkl. Transport in Indien, Unterkunft, Verpflegung und Besichtigungen knapp über 1000 Euro (Flüge nach Indien kosten derzeit um die 550 Euro, das indische Visum kostet 50 Euro).

Bis zu meiner voraussichtlichen Abreise am 6. Juni sind es nur mehr 3 Wochen. Heuer werde ich ca. 5 Monate unterwegs sein und am Sonntag, den 5. Juni vor meiner Abreise ein kleines Abschiedsfest im Garten machen. Wer Zeit und Lust zum Feiern hat: bitte bei mir melden und was zum gemeinsamen Schlemmen mitbringen:-) Brillen braucht ihr mir keine mehr mitnehmen, denn dieses Mal habe ich auch schon wieder an die 500 Brillen und ca. 100 Sonnenbrillen zum Verschenken. Falls jemand einen alten und noch funktionsfähigen Laptop zuhause hat, dann nehmt bitte den für die Schule mit - danke!
 
Für diese Reise habe ich mir wieder was Originelles einfallen lassen: Ich nehme meinen Laptop und einen ganz kleinen Beamer mit und mache abends "Dorfkino", d.h. ich projiziere Fotos auf eine Leinwand, die ich auf dem Bus befestige. So wird meine Fahrt zu einer "Reise der Begegnung", indem ich abends Menschen Bilder von mir und meinem Heimatland zeige! Wenn meine Bilder gut ankommen, schaut hin und wieder sicher ein gutes - und hoffentlich fleischloses! - Abendessen für mich dabei raus:-)

In diesem Sinne wünsche ich allen viele schöne Begegnungen und freue mich schon auf ein Wiedersehen mit einigen von euch bei meinem kleinen Fest - herzliche Grüße aus Schenkenfelden!
Mukti und Gani

Schenkenfelden, 8.11.2010

Vor ein paar Tagen habe ich mich mit Muhammad Karim, dem Direktor der Lalik Jan Schule im Yasin Valley, telefoniert und von ihm erfahren, dass er nächstes Jahr heiraten wird. Er hat mich zu seiner Hochzeit eingeladen, die im Juni oder Juli stattfinden wird. Und er hat mir angeboten, für mich eine Frau in seinem Heimat-Tal zu finden, da er weiß, dass ich noch nicht verheiratet bin:-)


Muhammad Karim: Rechts im Bild auf einer prov. Holzbrücke über den Yasin-Fluss

Na ja, irgendwie kommt mir diese Einladung ja sehr gelegen, denn da habe ich wieder einen tollen Grund für eine lange Reise:-) Aber ich will ehrlich sein: Bevor er mir von seiner Hochzeit erzählt hat, habe ich schon das aufkommende Fernweh gespürt! Der gute Ganesha weiß allerdings noch nichts von seinem Glück. Ob er auf seine alten Tage noch mitkommen will - (oder kann!), ist nicht ganz sicher! Denn mit 3l Ölverbrauch auf 1000 Kilometer ist er nicht gerade sicher und umweltfreundlich unterwegs. Also braucht Gani ein neues Herz, damit wir gemeinsam wieder Richtung Osten aufbrechen können! - So ein runderneuerter Motor kostet ab 1300 Euro. An diesem Rumpfmotor werden dann die alten Teile wie Einspritzpumpe, Lichtmaschine, Starter usw. angeschraubt. Und damit Gani genug Kraft für die lange Reise hat, kriegt er einen neuen Turbo spendiert, der so um die 500 Euro kostet. Dazu kommt dann noch die Arbeitszeit für den Umbau, den mir ein Bekannter macht, und weitere Ausgaben für neue Stossdämpfer, einen neuen Ventilator und einiges mehr. Insgesamt muss ich für Gani ca. 2500 Euro locker machen, damit wir wieder gemeinsam unterwegs sein können. Tja, damit könnte ich mir allerdings auch schon einen gebrauchten Bus kaufen ...

Aber nein, ich will mit Gani nach Osten fahren, da er den Weg durch den Orient ja schon kennt:-) Ich werde ihn wieder mit Brillen beladen (dieses Mal hauptsächlich Lese- und Kinderbrillen) und ihm eine Leinwand an den Dachträger montieren, um damit abends "Dorfkino" bzw. eine "Kino der Begegnung" zu machen! Ich will mich den Menschen per Beamer und Laptop vorstellen, damit sie wissen, wenn sie da vor sich haben, von wo ich herkomme und was ich unterwegs gesehen habe.


Wann ich genau wegfahre und wie lange ich unterwegs sein werde, weiß ich derzeit noch nicht genau. Am Liebsten möchte ich schon im April aufbrechen, damit es in Syrien und Jordanien nicht allzu heiß wird. Von dort geht es dann entweder über den Nordirak oder die Türkei in den Iran und dann weiter nach Pakistan. Dort werde ich hoffentlich rechtzeitig im Yasin Tal eintreffen, um mit Muhammad und seinen Gästen die Hochzeit zu feiern (natürlich ohne Alkohol, da in Pakistan strenges Alkoholverbot gilt!). Ich werde die Schule besuchen, die durch die Flutkatastrophe Gott sei Dank nur leicht beschädigt worden ist, und mir einen Eindruck davon verschaffen, was mit dem bisher gespendeten Geld geschehen ist. Im September habe ich nämlich 2515 Euro an die Schule überwiesen, die durch meine Vorträge in Bad Schallerbach (400 Euro) und in Altenberg (952 Euro) sowie durch Spenden zusammengekommen sind. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an die zahlreichen Spenderinnen und Spender!

Am 27. August hatte ich Gelegenheit mit Uschi Christl auf Radio Oberösterreich über die tragische Situation in Pakistan zu sprechen, die mich sehr betroffen gemacht hat, da ich einige Menschen kenne, die direkt von den Überschwemmungen betroffen waren. Am 28. August ist dann in den OÖ Nachrichten ein sehr gelungener Artikel erschienen ("Die freundlichen Gesichter Pakistans"), der sicher dazu beigetragen hat, den Menschen bei uns zuhause ein etwas positiveres Bild von Pakistan zu vermitteln.

Inzwischen hat sich das Leben in Pakistan weitgehend normalisiert, da die meisten Strassen wieder passierbar sind und die Versorgung mit Nahrungsmittel und anderen Gütern wieder gewährleistet ist. Allerdings sind manche Nahrungsmittel um ca. 10-20 % teurer geworden, was für viele Menschen sehr tragisch ist. Hilfsorganisationen haben im Yasin Tal mehr als 55 Unterkünfte errichtet, deren Baumaterial nächstes Jahr für den Bau von Häusern verwendet werden kann. Aber es gibt leider immer noch viele Familien, die den kommenden Winter bei Verwandten oder in öffentlichen Gebäuden verbringen müssen.


Die Hälfte der Einnahmen aus meinem nächsten Vortrag ("Mit dem VW Bus durch den Orient nach Pakistan") werde ich ebenfalls der Schule in Hundur zukommen lassen, da der Direktor einen Neubau der Schule plant, um noch mehr Jugendlichen eine bessere Schulbildung zu ermöglichen. Der Vortrag findet am Donnerstag, den 18. November um 19:30 im Vedahof (Türkstetten 6) in Gramastetten statt (www.vedahof.at).

Am Dienstag, den 29. November gibt es dann im Atrium in Bad Schallerbach um 19:15 den 2. Teil meiner Reise zu sehen: "Mit dem VW Bus durch Indien und Nepal".

Falls jemand zu einem Vortrag kommt, dann kann er/sie gleich alte Lesebrillen mitnehmen. Und wenn jemand einen alten Laptop zuhause hat, dann bringt ihn auch gleich mit. Derzeit habe ich 5 alte Laptops zuhause, die ich an demnächst an die Schule schicken werde. Wäre super, wenn ich für den Transport Sponsoren wie z. B. DHL finden könnte!

Liebe Grüße aus Schenkenfelden
Mukti (+ Gani)


PS: In Pakistan werde ich nach dem Schulbesuch im Sommer mehrere Wochen in der grandiosen Bergwelt des Karakorum und des Hindukusch unterwegs sein. Um auch anderen BergfreundInnen die Möglichkeit zu geben, diese wunderschöne Gegend kostengünstig in einer kleinen Gruppe kennenzulernen, biete ich eine Reise entlang des Karakorum Highways sowie Trekkingtouren in den Bergen an. Wer also Lust an einer ganz besonderen Reise (z. B. zum Basislager von Nanga Parbat oder K2) hat ... bitte bei mir melden!

PPS: Meine Homepage www.bildung-fuer-pakistan.at für die Schule im Yasin Tal existiert zwar schon als vorläufiger Entwurf auf meinem Laptop, allerdings hapert es derzeit noch etwas mit der Umsetzung. Ich hoffe, dass sie spätestens im Dezember online ist mit vielen Informationen über das Schulprojekt und einer detaillierten Spendenliste – inshallah!


Schenkenfelden, 25.8.2010

Eigentlich wollte ich ja diesen Sommer nach Pakistan fliegen, um die Lalik Jan Schule in Hundur zu besuchen und gemeinsam  mit einem Freund zum K2-Basislager zu trekken. "Dank" eines kleinen Autounfalls, der mich 1000 Euro gekostet hat und über den ich mich ursprünglich natürlich sehr geärgert habe, hatte ich zuwenig Geld für diese Reise und bin zuhause geblieben. Mein Freund Gerhard ist alleine nach Ladakh zum Trekking geflogen und ist mit etwas Glück den schweren Überschwemmungen in der Hauptstadt Leh entgangen. In diesem vom Indus durchzogenen Hochtal (um die 3500m) hat es früher im Sommer kaum geregnet. Seit ca. 10 Jahren ist es aufgrund globaler Klimaveränderungen immer wieder zu heftigen Regenfällen gekommen.

Mir ist in den letzten Tagen immer mehr bewusst geworden, wie viel Glück ich auf meiner 16-monatigen Reise mit dem Wetter gehabt habe. Aufgrund der riesigen Überflutungen in Pakistan wäre diese Reise heuer wahrscheinlich gar nicht möglich gewesen, da der normalerweise 1km breite Indus nun auf bis zu 25 km Breite angeschwollen ist, weite Landstriche unter Wasser gesetzt und Millionen Menschen obdachlos gemacht hat

Das gewaltige Ausmaß dieser Katastrophe hat mich tief berührt, da ich in Pakistan viele Menschen kennengelernt habe, die zum Teil persönlich von den Überflutungen betroffen sind. Mit einigen von ihnen bin ich nach wie vor in Kontakt. Einer von ihnen ist Muhammad Karim, der Direktor der Lalik Jan Privatschule in Hundur im Yasin Tal, die ich heuer mit 2000 Euro für den Ankauf von Schulmöbel unterstützt habe. Heute Morgen habe ich seinen Bericht von den Flutschäden im Yasin Tal erhalten, da die Internetverbindung Gott sei Dank noch funktioniert. In diesem Tal sind vor allem die 3 Dörfer Darkut, Hundur und Sandee am stärksten von den Überschwemmungen und Vermurungen betroffen. Er hat mir mehrere Fotos von den Verwüstungen gesendet - wie z. B. dieses hier:



Unter folgendem Link könnt ihr euch selber einen kleinen Überblick über die Schäden in diesem vormals sehr idyllischen Hochtal machen:

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Flutkatastrophe_Pakistan_2010

Muhammad hat mich um materielle Unterstützung für die Opfer der Überschwemmungen ersucht und mich gebeten, Freunde und Bekannte über diese Katastrophe zu informieren und sie um Spenden für die Bewohner seines Tals zu bitten. Da mir das Schicksal der Menschen in Pakistan sehr am Herzen liegt, möchte ich seine Bitte nun an euch weiterleiten und an eure Großzügigkeit appellieren. - Da Pakistan im Westen leider ein sehr schlechtes Image hat, habe ich mit Alexander Ritzinger von den OÖ Nachrichten einen Bildbericht über Pakistan gestaltet, der am Samstag im Magazin der OÖN erscheinen wird. Wir versuchen durch meine zahlreichen Portraitaufnahmen von lebensfrohen Menschen den Leserinnen und Lesern im sicheren OÖ ein positives Bild von Pakistan zu vermitteln, um dadurch ihre Herzen zu öffnen und an ihre Hilfsbereitschaft zu appellieren.

Wenn also jemand von euch den Weiterbestand der Schule sichern will, in der derzeit mehrere obdachlose Familien leben, das Schulgeld für die Jugendlichen sponsern oder den Wiederaufbau der Häuser im Yasin Tal unterstützen will, dann überweist bitte eure Spende auf folgendes Konto bei der Raika Schenkenfelden:

Konto Nr.: 2.212.215 (Bildung für Pakistan) BLZ: 34277

Die Spenden werde ich dann wieder per Western Union an Muhammad Karim überweisen, der für die gerechte Verteilung der Gelder zuständig sein wird und sehr vertrauenswürdig ist.

Allgemeine Spenden für Pakistan überweist bitte an diejenigen Hilfsorganisationen, zu denen ihr am meisten Vertrauen habt.

Muhammad hat mich auch wieder ersucht, seiner Schule gebrauchte Laptops zu schicken. Einen Laptop, den der T3-Fahrer Peter Preiner gespendet hat (danke Peter!), habe ich mit der Post nach Pakistan geschickt. Leider ist ein Teil des Monitors während des Transports beschädigt worden, aber an sich funktioniert der Laptop! Wer also einen alten Laptop zuhause hat: bitte bei mir melden!

Vor ein paar Tagen habe ich auch aus Ladakh Nachrichten über die dortigen Verwüstungen bekommen. Das Mahabodhi International Meditation Centre, in dem ich einen mehrtägigen Meditationskurs gemacht habe, ist mit von den Zerstörungen schwer betroffen. Der Abt Bhikkhu Sanghasena bittet um Hilfe vor allem für die Schäden an Kranken- und Altenhaus und für die Menschen in Ladakh (weitere Infos unter www.mahabodhi-ladakh.org ).

Herzlichen Dank für eventuelle Spenden!
Euer Mukti


Schenkenfelden, 30.5. 2010

Nach diesem verregneten Mai sehnen wir uns wahrscheinlich schon alle auf wärmende Sonnenstrahlen und einen schönen Sommer zum Entspannen und Genießen. Ursprünglich wollte ich ja diesen Sommer wegfahren. Mein Ziel wäre die wunderbare Bergwelt Pakistans und ein Trek zum Basislager des K2 gewesen. Bei dieser Gelegenheit wollte ich auch die Spenden für die Schule im Yasin-Tal persönlich übergeben. Allerdings fehlt mir derzeit u.a. das nötige Kleingeld dafür, sodass ich im Juni Ganesha aus der Garage holen und mit ihm durch Österreich fahren werde, da es für uns beide in Österreich immer noch viel zu sehen und zu entdecken gilt.

Ich habe mich daher entschieden, die 2000 Euro auf dem Spendenkonto "Bildung für Pakistan", die durch Einnahmen aus meinen Diavorträgen sowie durch private Spenden zusammengekommen sind, auf elektronischem Weg per "Western Union" an Muhammed Karim, den Direktor der Schule, zu schicken. Mit den ersten 1000 Euro hat die Schule bei einem Tischler im Ort 65 Sessel und 4 Schultafeln sowie 2 Tische und einen Kasten für die Lehrer herstellen lassen. Ich habe mir Fotos von diesen Möbeln schicken lassen, sodass ich nun die Gewissheit habe, dass das Geld wirklich für die Möbel verwendet worden ist. Vorletzte Woche habe ich nochmals 1000 Euro überwiesen, damit durch den weiteren Ankauf von Sesseln nun bald alle der mehr als 100 Schülerinnen eine Sitzgelegenheit haben. Tische sind deswegen nicht gekauft worden, weil die Räume dafür zu klein sind und daher die sogenannten "rest-book-chairs" mit Auflagemöglichkeit für Bücher und Hefte die bessere Alternative sind!


Für den Weiterbestand bzw. weiteren Ausbau der Schule werden allerdings noch weitere Spenden benötigt. Der Traum des Direktors wäre eine kleine Bibliothek und ein eigener Computerraum mit ein paar alten PCs oder Laptops. Wenn also jemand von euch einen alten und noch funktionsfähigen Laptop zuhause hat, dann meldet euch bitte bei mir! Und falls jemand von euch sein Herz öffnen und ein paar Euros für die Schule spenden möchte, dann könnt ihr sie auf das Spendenkonto mit der Nr. 2.212.215 bei der Raika Schenkenfelden, BLZ 34277 (Bildung für Pakistan) überweisen. Mehr Infos über das Schulprojekt in Pakistan gibt es bald auch auf der Homepage

www.bildung-fuer-pakistan.at

Weitere Spenden für das Schulprojekt werden durch meine beiden nächsten Diavorträge am 9. und 16. Juni in Schenkenfelden hereinkommen. In einer neuen Zusammenstellung zeige ich am Mittwoch, den 9.6. um 19:30 im Gasthaus Kaar den 1. Teil meiner 16-monatigen Auszeit. Dieser Teil zeigt meine Reise von Österreich durch den Orient nach Pakistan und wird mehr Informationen zu den einzelnen Ländern und noch mehr Geschichten und persönlich Erlebtes beinhalten. Am Mittwoch, den 16. Juni zeige ich dann ebenfalls um 19:30 im Gasthaus Kaar meine Reise durch den indischen Subkontinent und Nepal. Ergänzt wird dieser Vortrag durch Bilder und Videos von meiner letzten Reise im Jänner zum größten religiösen Fest der Erde, der Kumbh Mela, zu dem mehr als 30 Millionen Menschen aus aller Welt gekommen sind. - Der Eintritt zu den Vorträgen beträgt 6 Euro. Die Hälfte der Einnahmen kommt dem Schulprojekt in Pakistan zugute.

Einige meiner schönsten Reisebilder gibt es derzeit übrigens im Rahmen meiner 1. Fotoausstellung "Mit dem VW Bus nach Indien" in der Raika Schenkenfelden zum Anschauen - und auch zum Kaufen! Die Bilder sind noch bis Freitag, den 4. Juni zu sehen.

Und wer wissen will, was mein alter Dachträger, den ich letztes Jahr an 2 Bekannte (Seppi und Karo) verkauft habe, die derzeit mit ihrem alten VW Bus im Nahen Osten unterwegs sind, seither so alles gesehen und erlebt hat, der findet diese Fotos unter

http://picasaweb.google.com/karo114

So, ich wünsche euch einen schönen Sommer sowie einen erholsamen Urlaub und hoffe, dass ich einige von euch bei einem meiner Vorträge wiedersehen werde!

Namaste und liebe Grüße aus dem Mühlviertel, Mukti und Gani

Schenkenfelden, 29.3.2010

Nun bin ich schon wieder 3 Wochen zuhause und der Alltag hat mich seither fest im Griff! Nach meiner Rückkehr aus dem warmen Kerala (+35°!!!) ins eiskalte und schneebedeckte Mühlviertel habe ich die nächsten 2 Wochen fürchterlich gefroren und sehr viel Zeit im angenehm warmen Taxi verbracht habe. Dabei habe ich oft an die schöne Zeit in Indien gedacht. Im Radio habe ich einmal einen Bericht über die Kumbha Mela gehört und dann gleich mit dem Gedanken gespielt, im April für eine Woche nach Indien zu fliegen, um in Haridwar wieder in die magische Welt der Yogis und Sadhus einzutauchen. Mein Kontostand rät mir allerdings davon ab, und außerdem habe ich ja eh ganz viele schöne Erinnerungen aus Haridwar mitgebracht - u.a. in Form von unzähligen Fotos und Videos. Eines habe ich allerdings von meiner Reise leider nicht mitgebracht: meinen Autoschlüssel! Den habe ich nämlich am 25.1. in Dubai bei einer der vielen Sicherheitskontrollen liegen gelassen. In Delhi bin ich dann draufgekommen, dass der Schlüssel weg war – Sch…! Ich war mir allerdings ziemlich sicher, dass ich meinen Schlüssel wieder zurückbekomme. Und war dann ziemlich sauer, als ich ohne Schlüssel aus Dubai nach Hause fliegen musste. Daheim bin ich dann eine Woche mit dem Auto meiner Mutter rum gefahren, da dies mein letzter Autoschlüssel war. Ich habe 2 Schlüssel nachbestellt und meinen Citroen mit dem Abschleppwagen des ARBÖ zur Werkstatt bringen lassen, wo ein Mechaniker die bestellten Schlüssel neu codiert hat. Mit den 175 Euro hätte ich in Indien locker noch 2 Wochen leben und somit der Kältewelle in Österreich entgehen können - seufz!!!

Der 12. Februar, auf den ich lange gewartet habe, hat mich allerdings für diesen Verlust reichlich entschädigt: An diesem ganz speziellen Tag - dem Gott Shiva gewidmet (Shivaratri) - war ich schon am frühen Morgen in einem großen Sadhu-Camp und habe dort den Beginn mehrerer großer Paraden miterlebt. Es war ein unglaublich bunter und lauter Festzug zahlreicher religiöser Würdenträgern in ihren festlich geschmückten Karossen und Kutschen. Hunderttausende begeisterte Zuschauer entlang der Strassen, auf Dächern und Balkonen sorgten für eine unglaublich ekstatische Atmosphäre. Besondere Aufmerksamkeit erregten vor allem die vielen nackten oder halbnackten Naga-Babas, die man außerhalb der Kumbha Mela nur sehr selten zu Gesicht bekommt, weil sie sich die meiste Zeit in abgelegenen Höhlen im Gebirge aufhalten. Einige von ihnen sitzen mit nacktem Hintern auf prächtig geschmückten Pferden, führen den Festzug an und schlagen die Trommel dazu. Manche zeigen während des Marsches Kunststücke mit Schwertern oder führen besonderen Yoga-Stellungen vor. Das ist ja alles okay, aber wenn sich manche von ihnen Holzstöcke um den Penis binden und sich dann am Penis hochheben lassen, um so ihre magischen Kräfte zu zeigen, dann möchte ich ihnen diese Übung sicherlich nicht nachmachen!


Beim abschließenden Bad der Sadhus - als Erste durften standesgemäß die Naga Babas hinein - im Ganges am Har-ki-Pauri Ghat waren leider keine Touristen zum Zuschauen zugelassen - schade! Nach den Sadhus stiegen dann Zehntausende Gläubige in die nicht allzu kalten Fluten, um sich mit Hilfe von heiligem Gangeswasser von ihren Sünden zu befreien. Ich habe mein Bad einen Tag vorher genommen, um den Riesenansturm von 1-2 Millionen Pilgern zu entgehen. Gott und den ca. 40000 Polizisten sei Dank ist alles friedlich und ohne gröbere Zwischenfälle verlaufen! Weitere Bilder von der Kumbha Mela gibt es in meinem Fotoalbum

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Indien_2010_mit_Kumbha_Mela

Abends habe ich dann noch einen sehr beeindruckenden Yogi ("Bole Baba) "kennengelernt, der einen kleinen Ashram in Rajasthan hat. Dieser Sadhu strahlt sehr viel Liebe, Güte und Fröhlichkeit aus. Für mich war das meine schönste und berührendste Begegnung in Indien. Tags darauf habe ich mich von ihm verabschiedet, und ich weiß nun, wohin mich mein Weg führen wird, wenn ich wieder mal nach Indien kommen sollte:-)

Meine nächste Reise wird mich allerdings nicht nach Indien sondern nach Pakistan führen. Wahrscheinlich fliege ich so um den 20. Juli nach Islamabad, um von dort den Karakorum Highway hochzufahren und einige Tage im Land der Hunzas zu bleiben. Danach geht es durch eine wunderschöne Gebirgslandschaft weiter bis an die chin. Grenze am 4730m hoch gelegenen Khunjerab Pass. Von dort geht es wieder zurück nach Gilgit und dann weiter Richtung Westen ins Yasin-Tal nach Hundur, wo ich Muhammed Karim, dem Direktor der Lalak Jan Privatschule, Spenden aus Österreich für den Weiterbestand der Schule mit ihren über 150 SchülerInnen bzw. für den Ankauf von Schulbänken übergeben werde. Bis jetzt sind fast 2000 Euro durch Vorträge und Spenden zusammengekommen. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die tlw. sehr großzügigen Spender unter euch! Durch euch bin ich meinem angepeilten Ziel von 3000 Euro schon recht nahe gekommen!

Wenn jemand von euch Interesse an einem ganz speziellen Urlaub in der wunderschönen Gebirgswelt Pakistans hat, dann setzt euch bitte mit mir in Verbindung! Wir können dann in einer kleinen Gruppe unterwegs sein und wunderschöne Trekkingtouren unternehmen - z.B. zum Nanga Parbat, zum Rakaposhi oder eventuell auch zum K2! Die Dauer des Aufenthalts in Pakistan lässt sich dann von 3-6 Wochen individuell regeln. Wenn wir in einer Gruppe unterwegs sind, könnt ihr mir dabei helfen, einige alte Laptops für die Schule in Hundur mitzunehmen. Ich bin nämlich derzeit dabei, alte aber natürlich noch gebrauchsfähige Laptops für Pakistan zu sammeln. Wenn jemand von euch einen alten Laptop hat, dann meldet euch bitte bei mir!

Eine Schulbank aus Holz für die Schule in Hundur kostet übrigens nur 15 Euro. Die Schulbänke werden von einem Tischler im Yasin-Tal hergestellt, sodass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Benötigt werden 130 Schulbänke sowie 8 Sessel und 2 Tische für die Lehrer. Weitere Informationen über das Schulprojekt wird es bald auf einer eigenen Homepage geben („Bildung-für-Pakistan“). Für Geldspenden (ganz konkret z.B. für die Anschaffung von Schulbänken) habe ich folgendes Spendenkonto bei der Raika Schenkenfelden eingerichtet:

Spendenkonto Pakistan
KontoNr: 2212215
BLZ: 34277


So, genug geschrieben! Fixe Termine für meine nächste Diaschau (bis auf den 6.9. im Atrium in Bad Schallerbach) gibt es noch nicht, ich werde sie aber rechtzeitig veröffentlichen. Im Mai oder Juni werde ich übrigens meine erste Fotoausstellung in der Raika in Schenkenfelden machen und dabei auch erstmals (gerahmte) Bilder zum Verkauf anbieten!



Für diejenigen unter euch, die bei meiner für mich sehr schönen Geburtstagsfeier in Linz dabei waren, gibt es hier die Links zu 2 Fotoalben. Die Fotos des 1. Albums habe ich gemacht und die Fotos des 2. Albums haben meine Schwester Susie und die Familie meines Bruders Horst gemacht. Ich wünsche euch viel Vergnügen beim "Blättern" sowie einen schönen Frühlingsbeginn!


https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Rudis_50iger

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Rudis_Runder_Geburtstag
Mangalore, 24.2.2010
Zuerst die gute Nachricht: Ich habe mein Paradies gefunden! Leider konnte ich nicht sehr lang in diesem Paradies am Khudli Beach in Gokarna (ca. 100 km südlich von Goa) verweilen, weil ich meinen Heimflug nicht verschieben konnte. Immerhin bin ich 8 Tage lang an diesem herrlichen Strand geblieben und habe vor allem die Sonne, die Wärme, das herrlich warme Wasser und die Stille dieses abgelegenen Strandes genossen! Ich nutzte die Zeit zum Relaxen, Schwimmen und Lesen sowie für schöne Begegnungen und gute Gespräche – vor allem mit Judith Valentina aus OÖ, der ich eine neue Bankomatkarte und Sandalen von Zuhause mitgebracht habe (ihre Sandalen sind ihr nämlich bei einem Tempelbesuch in Bodh Gaya gestohlen worden!) Ich wollte noch länger im Paradies bleiben, aber die Zeit läuft mir schön langsam davon ...

Seit 2 Tagen bin ich nun in Mangalore, wo ich bei einer befreundeten indischen Familie zu Gast bin. Es war gar nicht so einfach diese Familie zu finden, da ich die Adresse zuhause vergessen hatte. Aber als alter Taxler und gewiefter Fuchs habe ich auch diese kleine Herausforderung locker gemeistert.  Ich habe nämlich noch gewusst, wie ich von einer berühmten Kirche zum Haus der Familie da Silva komme. Und ein Bild dieser Kirche hatte ich auf meinem Netbook gespeichert. Dieses Bild habe ich einem netten Architekten gezeigt, der mich mit seinem Auto gratis zu Colin und seiner bezaubernden Tochter Samantha gebracht hat. Und nicht nur das: Sandesh hat mir für den nächsten Tag sein neues Auto angeboten. Ich habe dankend abgelehnt, denn die indische Verkehrshölle schaue ich mir nur ganz entspannt vom Beifahrersitz an! Einmal durch Indien zu fahren hat mir wahrlich gereicht!

Heute Mittag geht es weiter nach Kerala, wo ich noch gerne ein Tempelfest mit wunderschön geschmückten Elefanten und toller Musik miterleben möchte. Und danach werde ich noch meine letzten Tage in Kerala in den Backwaters und am Strand von Varkala genießen, bis ich am 2.3. von Trivandrum über Delhi nach Hause ins hoffentlich schon frühlingshafte Österreich fliegen werde.
Was ich in Haridwar bei der Kumbha Mela erlebt habe, werde ich euch das nächste Mal schreiben, da ich derzeit immer noch sehr schreibfaul bin. Immerhin habe ich am Khudli Beach einige Fotos ins vorläufige Album geladen, die ihr euch nun hier anschauen könnt:
https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Indien_2010_mit_Kumbha_Mela
Viel Freude mit den Fotos und herzliche Grüsse aus dem sehr warmen und gastfreundlichen Mangalore,
Mukti

Haridwar/Indien, 8.2.2010
Die Suche nach meinem Paradies auf Erden geht weiter! Und es hat mich dabei wieder nach Indien verschlagen – genauer gesagt an den heiligsten Fluss der Inder: den Ganges. An seinen Ufern liegt die Stadt Haridwar; eine der heiligsten Stätte der Hindus, die ca. 200 Kilometer nördlich von Neu Delhi liegt. Und dieses Jahr steht Haridwar ganz im Zentrum des öffentlichen und religiösen Interesses, da hier heuer die Kumbh(a) Mela stattfindet. Zu diesem größten religiösen Fest auf unserem Planeten, das nur alle 12 Jahre stattfindet und ca. 3 Monate dauert, kommen Tausende Sadhus – heilige Männer und Frauen – aus allen Teilen Indiens angereist. Kleinere Melas finden in einem Abstand von 3 Jahre abwechselnd in den 4 heiligen Orten Allahabad, Haridwar, Nasik und Ujain statt – die nächste 2013 in Allahabad. Ich wollte mir daher diese großartige Gelegenheit nicht entgehen lassen und mir gleichzeitig selber ein originelles Geburtstagsgeschenk machen.

Viele Millionen Pilger – vor allem natürlich Hindus - zieht es in diesen 3 Monaten nach Haridwar, um ein rituelles Bad im Ganges zu nehmen und sich so von ihren Sünden reinzuwaschen. Die Abgehärteten tun das schon im Morgengrauen, viele andere warten allerdings noch auf die wärmenden Sonnenstrahlen, da es morgens mit ca. 10-13 ° doch recht kühl ist. Da viele von diesen Millionen Pilgern nur sehr wenig Geld haben, schlafen Tausende von ihnen entweder eingehüllt in Decken im Freien oder in Zelten in großen Camps, die eigens für dieses Fest errichtet worden sind. Ich habe rechtzeitig ein Hotelzimmer gebucht, bevor die Zimmerpreise für den 12. 2. um bis das 5-fache erhöht werden. Allerdings habe ich letzte Nacht in meinem Zimmer ziemlich wenig geschlafen, da Tausende Menschen die Nacht zum Tag gemacht und ihre Vorfreude auf Shivaratri - die Nacht des Gottes Shiva – lautstark zum Ausdruck gebracht haben. Hoffentlich regnet es heute Nacht, denn dann wird es wahrscheinlich etwas ruhiger werden!


Leider darf man heuer die Badenden an den wichtigsten Ghats (Badeplätzen) am Ganges nicht mehr fotografieren, da sich viele Badende - vor allem Frauen - in ihrer Privatsphäre gestört fühlen. Mit einigen Tricks sind mir natürlich einige Fotos gelungen, von denen ich einige ins Fotoalbum (siehe Link) stellen werde. Dort wird es auch viele Fotos von Sadhus geben, die in mehreren beeindruckenden Paraden durch die Stadt gezogen sind. Die Spitze der Parade nimmt meist ein Elefant ein. Danach kommen einige Reiter und viele schön dekorierte Kutschen mit Sadhus und anderen wichtigen religiösen Persönlichkeiten. Und zwischen den einzelnen Gruppen machen Musikkapellen jede Menge laute und ekstatische Musik. Eine ganz besondere Attraktion sind die Naga Babas, die fast jede Parade begleiten: Nackte oder nur mit einem Lendenschurz bekleidete Sadhus, die vor vielen Jahrhunderten gegen die Muslime gekämpft haben, und die als Erste in den Ganges baden gehen dürfen. Ich habe hier in Haridwar schon viele schöne Begegnungen mit Sadhus gehabt und finde die Atmosphäre hier echt toll, obwohl mir der Lärm natürlich manchmal auf die Nerven geht


Bis jetzt bin ich in Indien leider noch nicht viel rumgekommen. Nach meiner großen Geburtstagsfeier am 23. Jänner in Linz (am 20. 1. bin ich 50 geworden – und das ist wahrhaftig ein Grund zum Feiern!) bin ich tags darauf von München nach Dubai geflogen und habe mir in Dubai City natürlich das höchste Gebäude der Erde (ca. 880 m) anschauen müssen. Abends bin ich dann in Delhi gelandet und hatte nächsten Tag das Glück, die Parade zum Unabhängigkeitstag am 26.1. miterleben zu dürfen. Die Stimmung war echt super, und ich habe während einer Pause mit den festlich geschmückten Soldaten mitgetanzt. Aus lauter Freude und Übermut haben sie einige Kollegen und auch mich in die Luft geworfen und hochleben lassen, sodass ich meinen Geburtstag in Indien nochmals symbolisch nachfeiern durfte – war echt schön!


Die nächsten Tage habe ich dann in Rishikesh am Ganges verbracht und bin hin und wieder ins 30 km entfernte Haridwar gefahren. Der 30.Jänner war zwar einer der Höhepunkte des Festes, aber doch nicht DER ganz besondere Tag, sodass ich beschlossen habe, noch 10 Tage länger im Norden zu bleiben und am Freitag, den 12.2. den wichtigsten Tag des Festes mitzuerleben. Gestern bin ich von einem Ausflug mit einem befreundeten Brahmanen aus den Bergen zurückgekehrt, und morgen lasse ich mir von einem sehr guten Zahnarzt zu einem sehr günstigen Preis eine Krone einpassen.


Nach dem Höhepunkt am Freitag werde ich nach Delhi fahren und von dort zum Relaxen nach Goa fliegen. Von dort geht es dann südwärts nach Gokarna und weiter nach Kerala, wo ich hoffentlich ein tolles Tempelfest mit vielen Elefanten erleben werde. Am 2.3. fliege ich nach derzeitigem Stand der Dinge von Kerala nach Delhi und dann am 3.3. von Delhi nach Hause ins hoffentlich nicht allzu kalte Österreich!


Schenkenfelden, 29.10.2009

In 2 Wochen wird es genau 1 Jahr, dass ich von meiner langen Reise nach Hause gekommen bin. Nach 16 Monaten und einigen gerissenen Keilriemen auf den letzten 4000 meiner insgesamt 57000km war ich sehr froh, endlich wieder im schönen und sicheren Österreich angekommen zu sein.

Inzwischen hat mich das Fernweh schon wieder ein wenig gepackt - kein Wunder angesichts der trüben Tage in letzter Zeit. Mein Bedürfnis nach Sonne und Wärme wollte ich mir durch eine Reise nach Südindien erfüllen. Dieses Mal wollte ich allerdings nicht mit dem Auto fahren sondern einen Flieger nehmen. Und ich wollte einige Reiselustige mitnehmen, ihnen die schönsten Plätze Südindiens zeigen und am 20. Jänner mit ihnen meinen ganz runden Geburtstag auf einem Hausboot in Kerala feiern.


Es hat sich allerdings niemand fix angemeldet, sodass die Reise in dieser Form nicht zustande kommen wird. Für mich war dieser Umstand ein Hinweis darauf, dass ich vor meinem 50iger nicht "flüchten" sollte, sondern ihn gemeinsam mit Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten zuhause feiern soll. Und zu feiern gibt es vor allem, dass ich mit meinen bald 50 Jahren noch recht fit und gesund bin, keine Medikamente einnehmen muss und immer noch Freude an diversen Vergnügungen habe:-)
Ich möchte nun diese Gelegenheit benützen, all jene von euch, die sich nicht gerade auf Weltreise befinden oder sonst wo weit weg sind, zu meiner Geburtstagsfeier am Samstag, den 23.1.2010 ab 16h im Volkshaus Ferdinand Markl Str. in 4040 Linz/Urfahr einzuladen. Ich habe dort den großen Saal mit Bühne und Leinwand gemietet und hoffe, dass möglichst viele von euch zu meiner Geburtstagsfeier kommen werden, um gemeinsam zu feiern und uns einen schönen Abend mit viel Spaß und Begegnung zu machen.
Meldet euch bitte per Mail oder per Telefon bei mir an, damit ich weiß, wie viele Gäste ungefähr kommen werden. Und nehmt bitte auch einige (selbstgemachte) Köstlichkeiten zum kulinarischen Gelingen des Festes mit. Für Getränke, Musik und Fotos (z.B. kleine Fotoshow vom kleinen Rudi zum "großen" Rudolf) werde ich selber sorgen. Wer gerne selber einen Teil des Festes gestalten möchte durch Musizieren, Showeinlagen, Zaubern, Bauchtanz usw., ist herzlich dazu eingeladen - bitte melden!
Ich hoffe allerdings, dass ich einige von euch schon etwas früher bei einem meiner nächsten Diavorträge sehen werde.  Dazu gibt es folgende Gelegenheiten:



04.11.2009  Zwettl/Rodl Pfarrheim 19:30
05.11.2009 Schenkenfelden Gasthaus Kaar 19:30
10.11.2009 Steyregg Volksheim 19:30
11.11.2009 Perg Arbeiterkammer 19:30
12.11.2009 Grein Saal der Musikschule 19:30
02.12.2009 Gallneukirchen Pfarrheim 19:30
10.12.2009 Linz Kepler Uni (HS 16) 20:00

Ein befreundeter Grafiker hat mir übrigens ein tolles Plakat gemacht, das demnächst gedruckt wird. Dazu wird es einen neuen Flyer geben sowie einen Flyer über ein Schulprojekt in Pakistan, das ich durch einen Teil meiner Eintrittsgelder und durch freiwillige Spenden unterstützen werde, um Jugendlichen in einer abgelegenen Gebirgsregion im Norden Pakistans eine qualitativ hochwertige Schulbildung zu ermöglichen.
Im Jänner und Februar wird es wahrscheinlich keine Vorträge geben, da ich gleich nach meinem Geburtstag nach Indien fliegen werde, um in Haridwar in Nordindien die Khumba Mela - das größte religiöse Fest auf Erden - mitzuerleben. Es wird sicher ein großartiges Erlebnis mit vielen Tausenden Sadhus und Pilgern werden, die im Ganges ihre rituellen Waschungen (im kalten Wasser!) vornehmen werden. Und danach werde ich noch einige Wochen nach Südindien fliegen, um mir einige Wochen AUSZEIT zu gönnen:-)
In diesem Sinne wünsche ich euch eine schöne Zeit und hoffe, dass ich möglichst viele von euch bald sehen werde - Namaste! Euer Mukti (Rudolf)
PS: Vielleicht wird Gani, der derzeit in Tschechien "verschönert" wird, auch bei der Geburtstagsfeier dabei sein. Mal sehen, ob wir im Winter aus der gemieteten Garage in einem Bauernhof rauskommen!
PS: Gani darf sich derzeit von seinen Strapazen ausruhen, da ich mir als Zweitwagen einen Citroen Xantia Kombi gekauft habe, mit dem ich nun etwas flotter und auch sparsamer unterwegs sein kann. Gani werde ich natürlich behalten, da wir beide soviel miteinander erlebt haben und ich mich nicht von ihm trennen will und kann!

Schenkenfelden, 11.3.2009

Vor genau einem Jahr habe ich 3 angenehme Tage im Ashram des berühmten Gurus Sai Baba in Puttaparthy verbracht. Eine Begebenheit war allerdings weniger angenehm, da mir der Hausverwalter eines Ashram-Gebäudes die Polizei auf den Hals gehetzt war, da er meinte, dass mein Auto kein gültiges Kennzeichen (licence plate) habe. Anscheinend war ich der erste Österreicher mit eigenem Auto in diesem großen Ashram, wo sehr viel sehr recht strikt geregelt ist. Aber dafür gibt es dort nebst vielen spirituellen Angeboten köstliches Essen zu einem unglaublich günstigen Preis.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit einem Schweizer bin ich dann Richtung Norden aufgebrochen und durch teilweise wunderschöne Landschaften mit riesigen Steingebilden bis nach Hampi gefahren, wo ich auch einige Tage lang geblieben bin.
Die Gegend um die ehemalige Hauptstadt Vijayanagar ist traumhaft schön und viele Langzeitreisende bleiben dort viele Wochen oder auch Monate "hängen". Es war herrlich warm um diese Jahreszeit und angesichts des trüben Wetters hier in Österreich möchte ich mich hin und wieder dorthin "beamen"!

Die Kunst des Beamens beherrsche ich leider noch nicht, aber dafür kann ich mit meinem neuen Beamer (Videoprojektor) schon recht gut umgehen und schöne Bilder auf diverse Leinwände zaubern. Seit 1 Woche bin ich nun auch stolzer Besitzer einer neuen Tonanlage und eines Schnurlosmikrofons, und wer mich auf diese Weise auf meiner "Reise nach Shambhala" begleiten will, findet dazu folgende Gelegenheiten:

13.3.2009  Berg bei Rohrbach Sitzungssaal 19:30
20.3.2009 Kirchschlag       Gasthof Maurer      20:00
24.03.2009 Puchenau  Seniorentreff 19:30
26.03.2009 St. Oswald/Freistadt  Veranstaltungssaal 19:30
03.4.2009 Freistadt Salzhof 19:30

Ich freue mich schon auf euren Besuch und grüße euch sehr herzlich aus dem derzeit sogar etwas sonnigen Schenkenfelden! Mukti
PS: Gani darf sich derzeit von seinen Strapazen ausruhen, da ich mir als Zweitwagen einen Citroen Xantia Kombi gekauft habe, mit dem ich nun etwas flotter und auch sparsamer unterwegs sein kann. Gani werde ich natürlich behalten, da wir beide soviel miteinander erlebt haben und ich mich nicht von ihm trennen will und kann! Er grüßt euch stellvertretend durch mich - namaste!
Schenkenfelden, 31.1.2009

Herzlich willkommen im Neuen Jahr! Ich hoffe, dass ihr alle einen guten „Rutsch“ gehabt und dass ihr euch in dieses spannende Jahr schon gut eingelebt habt. - Ich habe mir zum Jahreswechsel das Feuerwerk in Linz angesehen und bin dann kurz darauf wieder ins Taxi gestiegen. Allerdings mußte ich kurze Zeit später wieder aussteigen und meinen Dienst beenden, da der Motor des Passats einige Male abgestorben ist, weil die Dieselpumpe streikte. Gestern nacht hatte ich schon wieder ein kleines Problem, weil die elektrische Handbremse defekt war und einen nervtötenden Warnton abgab, dem ich mir und den Fahrgästen nicht zumuten wollte. 2 Pannen innerhalb von 4 Wochen ist etwas ungewöhnlich bei einem 3 Jahre alten Auto, aber was sollŽs?

Nun zu meinem eigenen Auto: Ganesha geht es derzeit leider gar nicht gut, da er seit einigen Wochen nun schon 3-4l Öl auf 1000km verbraucht! Innerhalb von 10 Wochen habe ich nun schon 10l Öl und auch einige Liter Kühlwasser nachgefüllt! Leider hat auch gestern noch die Batterie schlapp gemacht, sodass ich demnächst auch noch eine neue Batterie brauche, wenn ich Gani behalten will. Da wir auf den 57000km doch sehr zusammengewachsen sind und wir gemeinsam sehr viel erlebt haben, möchte ich Gani natürlich behalten, aber mit 239000km auf dem Motor wird es der nicht mehr lange machen!

Nun stehe ich vor der schwierigen Frage, ob ich den Motor überholen oder mir einen Austauschmotor einbauen lassen soll, wenn ich Gani behalte, um mit ihm vielleicht noch das eine oder andere Abenteuer zu erleben. Wahrscheinlich muß ich mir aber sowieso ein günstiges Zweitauto zulegen, um ihn einerseits zu schonen und um andererseits schneller durch den Haselgraben (langes Steilstück von Linz nach Glasau, wo es nur mit 60kmh bergauf geht) nach Hause zu kommen. Also wenn jemand von euch einen günstigen Golf 3 mit TDI Motor oder ein ähnliches Fahrzeug (am Besten einen Kombi) weiß, dann meldet euch bitte bei mir (Tel. 0660 555 4570).

Allerdings gibt es auch gute Nachrichten: Im Dezember habe ich Gani eine neue Lichtmaschine spendiert und seither quietscht und reißt kein Keilriemen mehr - echt super!

So, und nun zu meiner Fotoshow, die ich nach Oberneukirchen und Schenkenfelden am 26.1. auch in Berndorf in NÖ gezeigt habe, wo auch viele VW T3-Fahrer dabei waren, denen die Show laut ihren tollen Feedbacks sehr gut gefallen hat. Außerhalb von OÖ. habe ich derzeit noch keine weiteren Vorträge geplant, aber das hat ja noch Zeit. In OÖ stehen jedenfalls die folgenden Termine schon fest; Beginn ist immer um 19:30:

04.2.  Vorderweißenbach (Gasthaus Schmankerlwirt)
09.2.  Altenberg bei Linz (Gasthaus Prangl)
10.2.  Schenkenfelden (Gasthaus Kaar)
16.2.  Bad Leonfelden (Haus am Ring)
06.3.  Pregarten (Bruckmühle)
20.3. Kirchschlag bei Linz (Gasthof Maurer)

Falls jemand von euch in seiner/ihrer Gegend eine Fotoshow organisieren will, dann meldet euch bitte bei mir! Vorgestern habe ich mir übrigens einen neuen EPSON TW 3800 Beamer gekauft, der ein tolles Bild liefert und mit dem ich hoffentlich lange Zeit viel Freude haben werde.

Ich freue mich schon darauf, möglichst viele von euch bei einer meiner Shows begrüßen zu können und grüße euch recht herzlich aus dem verschneiten Schenkenfelden!
Mukti

 
News
Schenkenfelden, 23.11.2008

Anscheinend bin ich zur falschen Zeit nach Österreich zurückgekommen, denn mir und Gani ist furchtbar kalt!!! Die Kälte und der viele Schnee im Mühlviertel haben uns gänzlich unvorbereitet überrascht. Das ging soweit, dass ich gestern früh nach meiner Nachtschicht im Taxi nicht mehr in meinen Bus reinkonnte. Die Schlösser und Gummidichtungen waren nämlich zugefroren. Glücklicherweise durfte ich mit dem Taxi nach Hause fahren. Und heute morgen ist mir das Gasseil eingefroren, sodass  Gani nur mehr auf Vollgas gelaufen ist. Ich fuhr wieder mit dem Taxi nach Hause und mein Chef Hansbert zog am Nachmittag nur kurz mal am Gasseil und ich konnte wieder richtig „Gas geben“! So, und morgen muss ich mir dann endlich Winterreifen kaufen und das Pickerl machen lassen.

Letzte Woche gefiel's mir in Österreich noch bedeutend besser, da ich ich nach meinem Kurzaufentalt in Graz am Montag meine Lieblingstante in Bad Aussee besucht und ihr zu ihrem 78. Geburtstag gratuliert habe. Sie hat sich sehr über meinen Besuch gefreut und mich mit einigen selbstgemachten Köstlichkeiten verwöhnt. Dienstag habe ich noch das herrliche Wetter im Ausseerland genossen und bin dann am Mittwoch nach Hause gefahren. Es war ein wunderschönes Gefühl nach 16 Monaten wieder nach Hause zu kommen und Familienmitglieder, Freunde und Bekannte endlich wiederzusehen! Ich habe mich schnell wieder recht gut eingelebt in Österreich, und nach einem kurzem Blick auf meinen Kontostand bin am Freitag Abend schon wieder  im Taxi gesessen. Und es macht mir derzeit Freude, da das Arbeiten für mich wieder neu ist und ich gern mit Leuten in Kontakt bin.

Am Montag war ich in der Volksschule Schenkenfelden und habe mein 29m langes Transparent im Turnsaal aufgehängt, wo es in seiner Größe und Vielfalt super zur Geltung gekommen ist. Die Lehrerinnen und SchülerInnen waren vom Transparent beeindruckt und gemeinsam wollen wir im Form einer Projektwoche noch mehr draus machen, damit die Kinder mehr über andere Kulturen und Lebensweisen lernen können. Und wir wollen auch Kontakt mit den Schulen in Pakistan und Indien treten, die das Transparent mitgestaltet haben.

Es tut mir Leid, dass mein Gästebuch immer noch nicht richtig funktioniert, und ich möchte mich bei euch dafür entschuldigen, dass einige Einträge bis jetzt noch nicht erschienen sind. Der Nepali, der für die Datenbank verantwortlich ist, lässt sich beim Betreuen der Datenbank leider sehr viel Zeit.

In der Zwischenzeit habe ich noch einen weiteren Termin für meine Fotoshow fixiert. Diese findet in meiner Heimatgemeinde Schenkenfelden am Montag, den 15.12. um 19:30 im Gasthaus Kaar statt. Und bei der Fotoshow in Oberneukirchen hat sich übrigens eine kleine Ortsänderung ergeben, da der Lindenwirt neuerdings am Mittwoch Sperrtag hat. Die Fotos zeige ich nun zur gleichen Zeit (um 19:30) im Pfarrheim in Oberneukirchen, und das Positive an dieser Änderung ist, dass wir dort eine grössere und bessere Leinwand haben und auch mehr Plätze vorhanden sind.

Und noch was sehr Positives zum Schluß: In den Zeitungen TIPS vom 19.11.

http://www.tips.at/zeitungneu/?ausgabe=Tips+Urfahr%2FUmgebung&id=2439&kw=47

und in der URFAHRER RUNDSCHAU vom 20.11. (Seite 12) sind 2 tolle Artikel über meine Reise erschienen, sodass viele Bekannte und Nachbarn schon von meiner Ankunft gewußt haben, noch bevor sie mich überhaupt sie mich persönlich gesehen haben. Einen herzlichen Dank dafür an die beiden jungen und engagierten Redakteurinnen Sandra Dazinger und Karin Windpessl!

 
Graz, 10.11.2008

Hurra, wir haben es geschafft und sind gestern Nacht um 21h bei Heiligenkreuz nach Österreich eingereist!!! Wir waren beide unglaublich froh nach 16 spannenden Monaten wohlbehalten wieder im sicheren und ruhigen Österreich zu sein!

Ich habe letze Woche sehr viele Kilometer zurückgelegt und bin ohne Probleme bis Istanbul gekommen. Dort habe ich noch einige schöne Stunden verbracht und bin tags darauf nach Bulgarien eingereist. Kurz vor Sofia ist mir nach mehr als 2000km der Keilriemen wieder gerissen, aber der neue hält nun Gott sei Dank. Abends bin ich dann in ein für mich sehr unerfreuliches Land eingereist - nach Serbien. Da ich nur eine Kopie der Grünen Karte mithatte, mußte ich mir für sagenhafte 130 Euro eine serbische Versicherung für 1 Monat austellen lassen. Nächsten Tag mußte ich dann für 60km Autobahn gleich 10 Euro bezahlen - ich hatte die Nase voll von Serbien und der widerlichen Raubrittermentalität der Regierung (Ausländer bezahlen bei den Mautstellen natürlich mehr und als Minibusfahrer bezahlt man gleich viel wie ein LKW!)! Und überall lauern Polizisten mit Radarpistolen, um gehörig abkassieren und die marode Staatskasse aufbessern zu können. - In Pezoga südlich von Belgrad ließ ich mir dann anschließend bei einer mir bekannten und sehr freundlichen Zahnärztin einen Zahn richten. Die Nacht verbrachte ich in einem guten Hotel und fuhr dann von dort über Novy Sad zur ungarischen Grenze. An der ungarischen Grenze gab's dann einen kurzen Check von einem freundlichen jungen Zoellner, dem ich meine nicht mehr voll einsatzfähige LED-Lampe schenkte und der mir dann kurz darauf „Gute Reise“ wünschte. Das war dann meine letzte Zollkontrolle und 7 Stunden später war ich dann wieder in Österreich!

Kurz vor 23h bin ich dann in Graz angekommen, wo ich bei einer befreundeten Familie übernachtet habe. Nach einem ausgiebigen Frühstück heute morgen mit meiner Gastgeberin Christa, die ich auf meiner Weltreise im Jahre 1986 in Malaysien kennengelernt habe, ließ ich dann gleich die Badewanne mit heißem Wasser volllaufen und habe die herrliche Wärme voll genossen. - Nachmittags werde ich dann nach Bad Aussee aufbrechen, denn meine Lieblingstante - und gleichzeitig mein größter Sponsor! - hat heute Geburtstag. Und ich möchte ihr natürlich dazu ganz herzlich gratulieren und sie mit meinem Besuch überraschen, da sie mich noch irgendwo halbverhungert auf dem Balkan glaubt.



So, meine Reise und meine Suche nach Shambhala ist nun zu Ende und ich bin um viele Erfahrungen und Erlebnisse reicher geworden! Das eine oder andere graue Haar ist während des Reisens wahrscheinlich noch dazu gekommen, aber ansonsten habe ich und Gani die Reise gut überstanden. Meinem Konto geht es allerdings weniger gut, aber das wird sich hoffentlich schnell bald ändern, wenn das Weihnachtsgeschäft beim Taxifahren anfängt. Bei meinen Fotoshows und beim Verkauf meiner Sachen aus Indien und Pakistan wird auch etwas Geld reinkommen, und vielleicht wird das Buch, das ich über meine Reise schreiben werde, ein finanzieller Erfolg - wer weiß?

So, mein Gästebuch funktioniert nun nach langer Zeit hoffentlich auch wieder und wartet schon ganz neugierig auf eure Einträge, die mir zum Gelingen meiner langen Reise gratulieren oder sonst irgendwelche Feedbacks oder Kommentare zukommen lassen wollen. Hier ist der Link:

http://www.reise-nach-shambhala.at/gaestebuch.php


Nach mehr als 16 Monaten "on the road" und 57000 unfallfreien Kilometern bedanke ich mich nun sehr herzlich für euer Interesse an meinen Berichten und für eure Mails und Gästebucheintragungen. Und ich bitte all jene, deren Eintrag wegen Datenbankproblemen nicht im Gästebuch aufscheint, diese Einträge nochmals zu versenden, denn jetzt müßte mit der Datenbank alles wieder okay sein!

PS: Weitere Termine für Fotoshows (z.B. in Schenkenfelden) werde ich rechtzeitig bekanntgeben und sie auch unter MULTIMEDIASHOWS auf meiner Seite anführen.

Und hier ist noch meine neue Telefonnnummer: 0660 555 4570

 
Erzincan, 4.11.2008

Seit 3 Tagen bin ich nun in der Tuerkei und gestern und vorgestern war mir furchtbar kalt! Deshalb bin ich gestern Abend in ein angenehm temperiertes Cafe im Stadtzentrum von Erzurum gefluechtet, wo ich den Grossteil diesens Bericht in meinen Lapi getippt habe. Zwischendurch schluerfte ich meinen Caj (Tee) und habe immer wieder mal einen Blick auf die huebschen unverschleierten Maedels hier im Cafe geworfen, die meist mit ihrem Freund hier sind. Ich war nur 350km vom Iran entfernt, bin aber nun wieder in einer ganz anderen Welt gelandet. Im Cafe schaut es aehnlich aus wie bei uns und aus den Lautsprechern toent westliche Musik. Und die Frauen und Maedchen duerfen sich zeigen, wie sie sind! Im Iran muessen naemlich alle weiblichen Wesen ab 9 Jahren Kopftuch tragen und ihre Haarpracht (Haar ist Lebenskraft!) darunter verstecken.

Meine Mitreisende im Iran, die entzueckende Chinesin Jiabao, musste natuerlich auch ihre langen schwarzen Haare bedecken, und wenn eine Reisende ihr Visum verlaengern will, muss sie 2 Fotos mit Kopftuch dazu mitbringen. Jiabao habe ich uebrigens an der pakistanischen Grenze kennengelernt, und da sie auch in die Tuerkei und von dort weiter nach Aegypten wollte und wir daher den gleichen Weg hatten, habe ich sie bis zur tuerkischen Grenze mitgenommen. Dort war fuer sie dann leider Endstation, da sie nicht so wie ich an der Grenze ein Visum bekommen hat. Wir waren beide sehr enttaeuscht, dass sie um 9h abends wieder in den Iran zurueckmusste. Sie hat dann in Taebris bei einer befreundeten Familie uebernachtet und wir haben beide gehofft, dass sie ihr tuerkisches Visum vom tuerk. Konsulat bekommt. Ich habe 1 Tag an der Grenze auf sie gewartet und bin dann gestern mittag alleine losgefahren, als wir erfahren haben, dass sie kein Visum bekommt, weil ihre Botschaft ihr kein Empfehlungschreiben ausstellt.

Mukti und Jiabao vor dem Grabmal von Hafez in Shiraz

Ich habe mich dann von den freundlichen Tuerken an der Grenze und dem schneebedeckten Ararat verabschiedet und bin dann bei herrlichem Wetter nach Dogubayazit gefahren, wo ich mir zuerst das wunderschoene Isak Pasha Serail angeschaut habe und danach Geld aus dem Bankomaten geholt habe, um endlich wieder mal genuegend „Kohle“ zu haben. Im Iran war ich naemlich sehr knapp bei Kassa, denn wegen der Sanktionen gibt es dort kein Geld von den Automaten und mit Kreditkarte kann man nur bei den Teppichhaendlern bezahlen, die auch Geschaefte in Dubai haben und ueber sie ihre Karten abrechnen. 100 Dollar habe ich ja als Anzahlung fuer die Kamerareparatur bezahlt und ich war echt entsetzt, als vorgestern die Kamera wieder kaputt war! Die Lichtmaschine machte dann auch wieder Probleme, sodass ich auf der naechtlichen Autobahn nach Taebris dann 200km nur mit dem Standlicht gefahren bin!

In Taebris haben wir ganz spontan bei einer sehr netten Familie uebernachtet und tags darauf habe ich noch meine Kanister mit billigem Diesel angefuellt. Danach liess ich den Keilriemen wechseln, der allerdings okay war. Es war naemlich ein Stueck Kohle in der vor kurzem reparierten Lichtmaschine abgebrochen. Die Reparatur war kein Problem, aber kurz danach ist mir der neue Keilriemen gerissen und Gani ist es dadurch fast zu heiss geworden. Den naechsten KR habe ich selber gewechselt. Der hat allerdings nur 1 km gehalten, aber der naechste hat Gott sei Dank die 250km bis zur Grenze durchgehalten. Kurz nach dem Abschied von Jiabao an der Grenze ist der KR allerdings wieder gerissen und ich machte mir nach 3 gerissenen KR echt Sorgen, ob ich mit Gani noch nach Hause komme! Mit dem jetzigen Riemen habe ich Gott sei Dank die 300km bis Erzurum geschafft und heute bin ich damit bis Ercinzan gekommen, wo ich nun in einem angenehm warmen Internet Cafe diesen Bericht fertigstelle. In Erzurum habe ich heute die Spur einstellen lassen, da sich ein Reifen sehr ungleich abgefahren hat, und habe auch einen Oelwechsel machen lassen. Allerdings ist das hier in der Tuerkei spuerbar teurer als im Iran oder in Pakistan.

Nach Syrien werde ich ohne Jiabao nun nicht mehr fahren, da ich nach 16 Monaten und 54000km schon etwas reisemuede bin. Ich werde auf direktem Weg gemuetlich nach Istanbul rollen (max. 80) und hoffen, dass ich mit meinen Spritvorraeten aus dem Iran (insgesamt 130l Diesel) fast bis Istanbul komme. Die 130l haben mich mit den 3 Kanistern keine 10 Dollar gekostet, und Gott sei Dank haben die neugierigen Zoellner bei der naechtlichen Filzerei an der Grenze die beiden gut versteckten Kanister nicht gefunden! Von den 3 Kanistern am Dach durfte ich nur einen behalten, einen musste ich an der Grenze zuruecklassen und vom 2. liessen wir soviel wie nur moeglich in den Tank rinnen. Es ist jedenfalls ein tolles Gefuehl an den vielen Tankstellen vorbeifahren zu koennen und keine 1,40 pro Liter Diesel zahlen zu muessen!

In diesem Sinne gruessen wir euch ganz herzlich aus dem etwas waermeren Ercinzan und freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen im hoffentlich nicht zu kalten Oesterreich!
Mukti und Gani

 
Kerman, 16.11.2008

Seit 6 Tagen bin ich nun endlich im Iran und fuehle mich sehr wohl hier. An der Grenze hat alles wunderbar geklappt und Gani durfte endlich wieder mal superglatten Asfalt geniessen (die letzten 350km in Pakistan waren allerdings auch sehr gut!). Per Polizeieskorte ging es von der Grenze nach Zahedan und dann durch die Halbwueste weiter nach Bam und danach in die Wueste, wo sich Gani wieder mal im Sand beweisen konnte. Die Gegend rund um Kaluts ist echt geil, wie ihr auf dem Foto im Anhang sehen koennt. Derzeit bin ich in Kerman und geniesse das herrliche Wetter um die 27 Grad und die Gastfreundschaft der sehr freundlichen und hilfsbereiten Iraner und Iranerinnen. Morgen geht es dann mit meinem 22 Tage Visum weiter nach Yazd und von dort weiter nach Shiraz und Esfahan.

 Mukti und Gani in Kalut im Iran

Auf mein Visum habe ich in Quetta in Pakistan sehr lange warten muessen, da ich es mir leicht machen wollte und eine Visaagentur eingschaltet habe, die leider sehr  langsam gearbeitet hat. Aber insgesamt hatte ich eine gute Zeit in Quetta, weil ich dort Freunde habe und das Wetter sehr angenehm war. Davor habe ich auf meinem Weg von Islamabad in den Sueden (ueber Multan, Uch Sharif, Moenjo Daro) einige heisse Tage erlebt, sodass ich die Naechte vor allem der Hitze wegen und weniger aus Sicherheitsgruenden in Hotels verbracht habe, denn so gefaehrlich ist das suedliche Pakistan ja nun wirklich nicht. In Quetta habe ich mir dann einen gebrauchten Laptop gekauft, auf den ich nun diesen Bericht schreibe und mit dem ich die Fotoshow zusammenstellen werde, zu der ich euch ganz herzlich einladen moechte. Ich werde die Fotos am 10. Dezember um 19:30 beim Lindenwirt in Oberneukirchen zeigen und euch natuerlich jede Menge Geschichten zu erzaehlen haben. Und im Anschluss daran gibt es noch wunderschoene Sachen aus Indien und Pakistan zum Anschauen und natuerlich auch zum Kaufen. Ich freue mich schon auf ein baldiges Wiedersehen und wir gruessen euch sehr herzlich aus dem gastfreundlichen Kerman!
Mukti und Gani

PS: Gestern gab es Anlass zum Feiern, denn Gani hat im Rahmen dieser Reise seinen 50000endsten Kilometer zurueckgelegt. Als Geschenk bekam er hier in Kerman neue Original BOGE Stossdaempfer montiert!

Ach ja, Fotos gibt es auch wieder einige zum Anschauen. Die Alben sind noch nicht komplett, aber es lohnt sich sicher mal Spiti und Ladakh anzuklicken.

 

Islamabad, 21.9.08

Wahrscheinlich habt ihr schon alle von dem katastrophalen Anschlag auf das Mariott Hotel hier in Islamabad gehoert. Ich bin nun schon seit 1 Woche in der pakistanischen Hauptstadt und bin einen Tag vor dem Anschlag an dem riesigen Gebaeude vorbeigefahren. Ich selber habe von dem Anschlag nichts mitbekommen, da ich gerade 10km weiter weg in Rawalpindi war. Auf dem Campingplatz, wo ich noramlerweise uebernachte und der nur 3km von dem Ungluecksort entfernt ist, konnte meine Mitbewohner alerdings den Knall hoeren und die Druckwelle sogar ganz leicht in ihren Autos spueren!!! Abends habe ich dann noch viele Rettungs- und Feuerwehrwagen fahren sehen, aber sonst gibt es kaum Auswirkungen auf das taegliche Leben zu verspueren.

Mir geht es gut und Gani ist Dank Khalid und seinem Team wieder topfit. Originaldaempefer konnten wir leider keine auftreiben, aber wir haben den defekten Stossdaempfer gegen den noch funktionsfaehigen Originaldaempfer getauscht. Die Buchsen des Querlenkers, die auf schlechten Strassen leicht geklackert haben, haben wir auch ausgetauscht, sodass Gani nun wieder ohne Probleme viele km zuruecklegen kann. In 1-2 Tagen werde ich von Islamabad Richtung Sueden fahren und in ca. 1 Woche im Iran sein. Von der Tuerkei aus moechte ich einen kleinen Abstecher nach Syrien und Jordanien machen, um dann im November zuhause zu sein. In Linz will ich dann anschliessend ein kleines Festl feiern, zu dem ich euch gerne einladen moechte, um moeglichst viele von euch so schnell wie moeglich wiederzusehen, euch von meiner Reise zu erzaehlen und schoene Fotos zu zeigen. Und ihr koennt bei dieser Gelegenheit auch wunderschoene Sachen ansehen, die ich aus Nepal, Indien und Pakistan mitbringe. Falls ihr also noch Weihnachtsgeschenke oder Aehnliches sucht, dann ist das eine wunderbare Gelegenheit!
 
Islamabad, 16.9.08

Ich habe es geschafft!!! Ich bin seit 3 Tagen in Pakistan und habe mich gestern abend wieder am Foreigner Campground in Islamabad einquartiert. Zuvor habe ich mir noch die beeindruckende Flaggenzeremonie auf beiden Seiten der indisch-pakistanischen Grenze angeschaut, die dort jeden Tag kurz vor Sonnnenuntergang stattfindet und wo Tausende Menschen ihren Soldaten bei der Parade und beim Einholen der Flaggen begeistert zujubeln. 

Hier am Campingplatz habe ich mich mit meinem Gani, der den absolut phantastischen Motorway von Lahore nach Islamabad voll genossen hat (nur knapp 2 Euro Maut fuer ueber 300km!) neben ein belgische Paar mit ihrem alten Mercedes 608 gestellt, aus dem sie ein tolles Wohnmobil gemacht haben. Und ein hollaendisches Paerchen habe ich auch wiedergetroffen, das auch letzten November am gleichen Campingplatz war - wie klein doch die Welt ist! - Nancy und Philip aus Belgien mit ihren 3 Hunden habe ich uebrigens in Leh/Ladakh kennengelernt. Sie wollten unter keinen Umstaenden mehr die Wahnsinnsfahrt ueber die absolut ueble Strasse nach Manali machen und sind das Risiko eingegangen ueber Srinagar/Kaschmir nach Pakistan zu fahren. Wegen der vielen Ausgangssperren konnten sie sich in Srinagar jedoch nur auf dem See bewegen und haben dann nach einer Woche bei Dunkelheit am fruehen Morgen Srinagar verlassen. Sie hatten keine Probleme auf ihrer Fahrt, einem anderen Touristen wurde allerdings in der Naehe von Jammu die Windschutzscheibe mit einem Stein eingschlagen.


Einen australischen Radfahrer habe ich hier auch kennengelernt, der von Nepal nach Varanasi und ueber Delhi nach Pakistan gefahren ist. Auch er ist heilfroh, dass er aus Indien draussen ist, denn die aggressive Fahrweise der meisten Inder und die staendige Huperei und Draengerei ist auf Dauer kaum auszuhalten. Hier in Pakistan ist es Gott sei Dank um einiges ruhiger und ich werde in Islamabad einige ruhige Tage verbringen und hoffentlich nicht zu lange auf mein iranisches Visum warten muessen. Und der in den Bergen hart geforderte Gani wird zur Belohnung bald neue Stossdaempfer verpasst bekommen. Ich melde mich wieder, wenn er seine neuen Daempfer hat und werde euch dann noch ein ziemlich ueble Geschichte berichten, die aber Gott sei Dank gut ausgegangen ist.
 

Leh, 23.8.08

Nun bin ich schon 14 Monate unterwegs auf meiner Suche nach Shambhala und meine restlichen Tage in Indien sind bereits gezaehlt. Mein ind. Visum laeuft am 13.9. ab und fuer Pakistan habe ich mir mein 3-Monatsvisum bereits in Kathmandu besorgt. In Pakistan muss ich mir dann in Islamabad mein Visum fuer den Iran besorgen und in Rawalpindi bekommt Ganesha neue Stossdaempfer eingebaut, da der rechte vordere Daempfer (prov. Einbau wegen Streiks in Kathmandu wie die anderen 3 auch!) aufgrund der extrem schlechten Strassen in Nordindien bereits nach 3000km Oel verloren hat und daher nicht mehr voll einsatzfaehig ist.

Neben den technischen Problemen (vor 1 Woche habe ich mir ein gebrauchtes Lenkgetriebe einbauen lassen, das mir meine Mutter nach Delhi mitgebracht hat) sind es vor allem die politischen Probleme, die momentan das Reisen etwas schwierig machen. Seit einigen Wochen gibt es naemlich im Bundesstaat Jammu&Kashmir, zu dem auch Ladakh gehoert, ernste Probleme zwischen Hindus und Muslims, da die (muslimisch dominierte) Regierung in Kashmir illegal Land an eine hinduistische Pilgerorganisation verkauft hat. Aufgrund von heftigen Protesten von Kashmiris, die zum ueberwiegenden Grossteil Muslime sind, musste die Regierung den Kauf wieder rueckgaengig machen, und seither hat es in vielen Teilen Indiens zum Teil sehr gewalttaetige Proteste gegeben, da viele Hindus die Rueckgabe des Landes rund um die Armanath-Hoehlen fordern. Seither hat es schon mehr als 20 Tote und Hunderte Verletzte gegeben, und in vielen Staedten Jammus und Kashmirs verordnete die Regierung Ausgangssperren, um die vielen Demonstrationen und Proteste einzudaemmen. Nachdem auch die lebenswichtige Strasse von der Haupstadt Jammu ins noerdliche Kashmir von aufgebrachten Hindus mehr als 1 Woche lang blockiert worden ist, gab es in Kashmir u.a. keinen Treibstoff und keine Medikamente mehr. Seither gibt es natuerlich auch keine Touristen mehr und die Hotels und Hausboote sind leer.

Ich wollte urspruenglich ueber Srinagar, der Hauptstadt von Kashmir. nach Dharamsalah und von dort weiter nach Amritsar und Pakistan fahren, aber mir ist das Risiko wegen der andauernden Unruhen derzeit zu gross, sodas ich wahrscheinlich nach dem grossen Umzug anlaesslich des beeindruckenden Ladakh-Festivals, das alljaehrlich am 1.9. stattfindet, wieder ueber die extrem schlechten Strassen nach Manali zurueckfahren muss. Gluecklicherweise ist von den Demonstrationen und Streiks in Jammu&Kashmir hier in Ladakh kaum was zu spueren, und ich fuehle mich in meinem Guesthouse, wo ich auf einem ruhigen Parkplatz im Auto schlafe, recht wohl, da das Essen hier echt koestlich und die Umgebung sehr schoen und ruhig ist.

Anfang des Monats war ich 1 Woche lang im Markha Valley trekken, wobei das Wetter ziemlich launisch war. Auf einem 5150m hohen Pass hat es sogar geschneit, sodas ich auf die Besteigung des “Hausberges”, des 6120m hohen Stok Kangri, verzichtet habe, den ich vor 6 Jahren schon einmal bestiegen habe. Kurz darauf ist leider auch die 10-taegige Vipassana-Meditation nicht zustande gekommen, sodass ich die Gelegenheit genuetzt habe, um fuer 4 Tage ueber den angeblich hoechsten befahrbaren Pass, den Khardung La (max. 5380m statt der offiz. 5600m) ins wunderschoene Nubra Valley zu fahren.

Ladakh

Und heute nachmittag werde ich zu einem 4-taegigen Meditationskurs im Mahabodi Center in Choglamsar aufbrechen, um mal wieder was fuer mein seelisches Wohlbefinden zu tun. Meine letzten Tage in Leh werde ich dann u.a. fuer’s Shoppen verwenden. Wenn jemand von euch was braucht (Raeucherstaebchen, Gebetsfahnen, Oele, ayurvedische Zahnpasta oder Seifen), dann mailt mir bitte eure Wuensche unter mukti@web.de, und ich werde versuchen die Sachen fuer euch aufzutreiben. Die Sachen bekommt ihr dann nach meiner Rueckkehr im November und ueber die Preise braucht ihr euch keine Sorgen machen, denn die sind sicher okay!

 

Leh/Ladakh, 2.8.08

Seit vorgestern bin ich nun wieder alleine unterwegs, da meine Mutter mit dem Flieger von Leh nach Delhi geflogen und inzwischen nun schon wieder im schoenen Oesterreich ist. Begonnen hat unsere gemeinsame Reise plangemaess am 13. Juli in Delhi. Ich habe meine Mutter kurz nach Mitternacht vom Flugahfen abgeholt, und nachdem ich der morgendlichen Verkehrshoelle in Delhi entgehen wollte, sind wir die Nacht durchgefahren, bis mein guter Gani kurz vor Chandigarh, der modernen Hauptstadt des Punjabs, mitten auf einer Ueberfuehrung nach 3 kurzen Zuckern urploetzlich zum Stehen gekommen ist und nach inzwischen mehr als 40000km nicht mehr weiter wollte bzw. konnte.

Ich hatte allerdings Glueck im Unglueck, denn an diesem Sonntag fanden wir um 7h morgens den Besitzer einer nahegelegenen Werkstatt, der nach kurzer Zeit rausfand, dass die Einspritzpumpe defekt war! Meine Mutter war angesichts dieser ziemlich tragischen Diagnose, die das fruehzeitige Ende unserer gerde erst begonnenen Reise haette bedeuten koennen, der schlaflosen Nacht und der beginnenden Hitze ziemlich fertig, aber wie schon so oft waehrend meiner Reise war das Glueck auf meiner Seite. In der kleinen Stadt Mubarikpur gab es naemlich einen Teststand fuer Einspritzpumpen, und die beiden Jungs dort testeten die Pumpe durch und reinigten sie – und erweckten sie dadurch auf wundersame Weise wieder zum Leben! Der unglaublich hilfsbereite Sikh von der Werkstatt baute sie danach wieder ein und um 16h konnten wir dann endlich wieder weiterfahren. Und gekostet hat diese Reparatur keine 50 Euro!

Nach einer kurzen Besichtigung des gruenen und sauberen Chandigarhs lernte dann meine Mutter auf der Fahrt ins knapp 2000m hohe Shimla den Wahnsinn auf Indiens Strassen kennen. Indische Touristen in ihren Kleinstwaegen ueberholten wild hupend in uebersichtlichen Kurven ohne Ruecksicht auf Verluste. Schwer beschaedigte Autos am Strassenrand und zahlreiche Hinweistafeln, wie man sich im Strassenverkehr zu verhalten habe, koennen aber die meisten Inder nicht von ihrer aggressiven und gefaehrlichen Fahrweise abhalten. Ich war dann sehr froh, als wir aus Shimla, der ehemaligen Sommerhauptstadt der Englaender und nun einem der wichtigsten Ferienorte fuer wohlhabende Inder, draussen war und der Verkehr danach viel ruhiger und angenehmer wurde.

In Shimla hatte ich uebrigens ein Erlebnis ganz besonderer Art: Als wir uns naemlich das kostenlose Permit fuer die Durchfahrt von Kinnaur nach Spiti abholen wollten, kam der Chef  der Abteilung bei der Durchsicht der Paesse drauf, dass wir beide am gleichen Tag des gleichen Jahres geboren worden sind, was wir gleich bei einer Tasse Tee gebuehrend gefeiert und natuerlich auch per Foto festgehalten haben.

Von Shimla aus fuhren wir dann lange Zeit dem Sutlej Fluss entlang, dessen Tal mit Fortdauer der Reise immer enger und oeder wurde und mich sehr an meine Fahrten durch den Norden Pakistans erinnerte. Es ist wirklich unglaublich, was die Strassenbauer in diesen unzugaenglichen Taelern alles geleistet haben, und wir waren beide sehr beeindruckt von dieser wilden und beinahe menschenleeren Bergwelt. Leider mussten wir auf den Baustellen rund um Wangtu  viele km lang ziemlich viel Staub schlucken, da dort gerade ein riesiges Wasserkraftwerk gebaut wird.

Vom malerischen Dorf Kalpa oberhalb der Distrikthauptstadt Recong Peo (Distrikt Kinnaur) ging’s ueber eine ziemlich schmale Strasse wieder  zurueck auf die nicht viel breitere Hauptstrasse, wobei sich meine Mutter angesichts der gaehnenden Abgruende neben der Fahrbahn immer wieder beinahe zu Tode gefuerchtet hat, obwohl sie ansonsten nicht besonders aengstlich ist. Ihre immer wieder kehrenden Schreckensrufe sollten mich dann die gesamte weitere Reise begleiten, und das waren immerhin noch an die 1000km. (Insgesamt haben wir beide knapp mehr als 2000km in etwas weniger als 3 Wochen zurueckgelegt.) Nach vielen kurvenreichen km erreichten wir endlich die Stelle, wo bei Sumdo der Sutlej und der Spiti Fluss zusammenkommen, und wo dann das noch sehr enge Spiti Tal seinen wildromantischen Anfang nimmt.

Bis kurz nach dem wunderschoen gelegenen Nako (ab dort beginnt dann auch der buddhistische Kulturkreis) hatten wir echt Glueck mit den Strassenverhaeltnissen.  5km weiter blockierte allerdings ein gewaltiger Felssturz die Fahrbahn, die fuer LKWs und Busse fuer mehr als eine Woche gesperrt blieb. Ein Bulldozer raeumte fuer die schmaeleren Fahrzeuge notduerftig eine Schneise frei, und nachdem Mama die gefaehrliche Stelle zu Fuss passiert hatte, kam auch ich bald danach wohlbehalten auf der anderen Seite an. Kurz danach wurde das Tal breiter und wir erreichten ohne weitere Probleme den Ort Tabo mit seiner bemerkenswerten Klosteranlage und den alten und sehr beeindruckenden Tempeln. Kurz vor dem wunderschoen auf einem Huegel thronenden Kloster Kye erschraken wir allerdings ziemlich heftig ueber einen toten Fussgaenger auf der menschenleeren Strasse, der von einem LKW angefahren worden war. Unsere weitere Reise fuehrte uns dann noch ins malerisch gelegene Dorf Kibber auf 4200m und ueber die Doerfer Hansa und Losar zum 4500m hoch gelegenen Kunzum La Pass. Ab Losar war dann die Strecke ca. 100km extrem schlecht und eine echte Quaelerei fuer Gani.  Und die Strecke zum 4300m hoch gelegenen Chandratal See wurde aufgrund der extrem engen und steilen Kurven eine echte Herausforderung fuer Fahrer und Fahrzeug – und fuer die Nerven meiner Mutter!

Ladakh

Die Strasse wurde auf dem Leh – Manali „Highway“ kurzfristig besser, um dann urploetzlich wieder in scheinbar ewige Baustellenabschnitte ueberzugehen, wo ein paar ArbeiterInnen mit primitiven Werkzeugen Steinen klopften oder schleppten und andere daneben sassen und ziemlich desinteressiert zuschauten (kein Wunder bei der miesen Bezahlung von ca. 2-3 Euro pro Tag!).

Auf dem Weg nach Ladakh mussten wir mehrere sehr hohe Paesse ueberqueren. Der erste davon war der 4883 m hohe Baralacha La und der zweite dann der knapp ueber 5000m hohe Lachlung La. In einem kleinen Seitental auf einer Hochebene besuchten wir einige Halbnomaden in ihrem Zeltdorf und meine Lesebrillen fanden dort unter den aelteren Leuten begeisterten Aufnahme. Danach ging es viele km hoch zum 5350m hohen Tanglang La, von wo sich uns ein wunderbarer Aublick auf die umliegende Gebirgswelt bot. Wir waren dann aber auch wieder recht froh, weiter unten im Tal endlich wieder etwas Gruen zu sehen und das froehliche Plaetschern von Wasser zu hoeren.

Im Indus Tal besichtigten wir zunaechst die (buddhistischen) Kloester Thiksey, Hemis und Chemrey (in diesem Kloster und in diesem Tal ist uebrigens der Film „Samsara“ gedreht worden) und verbrachten dann einige Tage in dem 3500m hoch gelegenen und inzwischen schon recht touristisch gewordenen Leh, der Hauptstadt von Ladakh. Von dort ging’s dann dem Indus entlang Richtung Westen und weiter durch eine phantastische Steinwueste zu den Kloestern Phyang, Likir und Lamayuru. Das letzte Kloster auf unserer Reise war dann das beeindruckende und kunsthistorisch sehr wertvolle Kloster Alchi, und danach ging’s dann wieder zurueck nach Leh. Tags darauf, also am 31.7. brachte ich meine Mutter morgens zum Flughafen, von wo sie dann nach Delhi und dann weiter nach Wien geflogen ist.

Nach diesen 3 gemeinsamen Wochen schlafe ich nun wieder in meinem Bus und bereite mich derzeit gerade auf  den Markha Valley Trek (Dauer ca. 10 Tage) vor, in dessen Rahmen ich auch wieder den 6120m hohen Stok Kangri besteigen werde. Und danach werde ich einen 10-taegigen Vipassana Kurs (buddh. Meditation) machen. Die naechsten News gibt es dann in etwa 2-3 Wochen.
Herzliche Gruesse aus dem sonnigen Leh!
Mukti und Gani

 

Rishikesh, 11.7.2008

Seit etwas mehr als einer Woche bin ich nun wieder in Indien und habe hier Abenteuer ganz besonderer Art erlebt. Und seit gestern bin ich in Rishikesh und habe nachmittags ein kuehlendes Bad im heiligen Fluss - den Ganges - genommen, da es derzeit in Indien ziemlich warm und schwuel ist. Der Regenzeit konnte ich leider durch den Laenderwechsel nicht entkommen, sodass ich jeden Tag etwas mehr oder weniger Regen abbekommen habe.

In Nepal konnte ich dann schlussendlich doch noch Diesel fuer Gani auftreiben, sodass wir doch noch den Weg durch Westnepal nehmen konnten. Ich bin letzten Dienstag von Kathmandu aufgebrochen und habe mir unterwegs eine oesterreichische Seilbahn zu einem Hindutempel in den Bergen angeschaut und die alte Hauptstadt und Festung Gorkha besucht. Uebernachtet habe ich in dem wunderschoenen Staedtchen Kantipur, wo die Bewohner noch unglaublich freundlich und natuerlich sind. Nachmittags habe ich dann Tina und Sigi aus Deutschland in einem Kinderdorf in Pokhara besucht, die einige Tage zuvor auf dem Schwarzmarkt in Kathmandu 190 Rupees fuer einen Liter Benzin (normal 100 Rupees) bezahlen mussten, um wieder zurueck nach Pokhara zu kommen.

Eigentlich wollte ich von Pokhara aus nach Muktinath, aber nachdem es die meiste Zeit geregnet hat, habe ich es bleiben lassen. Was der Regen in den Bergen so alles bewirken kann, habe ich dann die naechsten  Tage zu spueren bekommen. Die kurvenreiche Fahrt von Pokhara durch die Berge ueber Tansen nach Lumbini, dem Geburtsort Buddhas, verlief allerdings recht problemlos, zumal es wegen des Spritmangels kaum Verkehr gab. In Butwal hatte ich Glueck, dass die Tankstellen nachmittags ihren mehrtaegigen Streik beendeten und konnte meinen Gani volltanken. Die anschliessende 450km bis zur indischen Grenze waren echt schoen und es gab nur einmal ein Problem, weil ein LKW an einer Hochwasser bedingten Engstelle haengengeblieben war und erst muehsam rausgezogen werden musste. Ich fuehlte etwas Trauer in mir hochkommen, weil ich nun unweigerlich Nepal mit seinen freundlichen Menschen hinter mir lassen musste. Der anschliessende Grenzuebertritt nach Indien war dann recht problemlos, allerdings machte mir die extreme Lautstaerke und Aggressivitaet des indischen Verkehrs bald wieder etwas zu schaffen. Und die Auswirkungen eines heftigen Gewitters, das zu gewaltigen  Vemurungen gefuehrt hatten, bekam ich bei einer interessanten Fahrt in die Berge zu spueren, sodass ich nach 15km wieder umdrehen und einen anderen Weg nach Nainital nehmen musste.  Kurz vor Nainital gab es dann ein weiteres Hindernis in Form eines Hochwasser fuehrenden Flusses zu ueberwinden. Nachdem vor mir zwei Gelaendewagen die Fahrt durch den Fluss gewagt hatten,  fuhr ich ebenfalls an den wartenden Autos vorbei und kam dank Ganis Gewicht und Allrad wohlbehalten an der anderen Seite an.

Vom lauten und sehr touristisch gepraegten Ferienort Nainital fuhr ich nach Almora und besuchte einen indischen Freund in Kausani, wo ich vor 6 Jahren einmal 3 ruhige Wochen in einem kleinen Haus verbracht hatte. Die kurvenreiche Fahrt nach Karnaprayag 2 Tage spaeter verlief auch recht abenteuerlich, da in Tharali die Strasse gesperrt war, weil gerade ein Bulldozer einen abgestuerzten Kleinwagen ueber einen steilen Hang heraufzog. Danach fing es wieder heftig zu regnen an und ich konnte jede Menge toller Wasserfaelle bestaunen. Kurz vor Karnaprayag nahm ich wegen mangelnder Beschilderung eine falsche Abzweigung und konnte nach 2km nicht mehr weiter, da ein Felssturz die Fahrbahn blockierte. Und ich drehte dann schleunigst um, als noch einige weitere Steine runterkamen. Tags darauf hatte ich schoenes Wetter und fuhr von Karnaprayag ueber Chamoli nach Gaurikund, dem Ausgangspunkt des Treks zum Shiva-Tempel in Kedarnath auf 3580m.  Im Gegensatz zu den meisten Indern, die sich per Pferd oder per Trage (4 schwitzende Traeger pro Holztrage!), die 14 Kilometer und 1500 Hoehenmeter hochbringen lassen, marschierte ich zu Fuss los und durfte abends eine echt tolle und fuer mich magische Puja (rel. Zeremonie) mit vielen Sadhus ("Wandermoenchen") im Tempel erleben.

Die 14 km tags darauf waren recht einfach zu bewaeltigen, aber nach 40km mit dem Auto ging's leider nicht mehr weiter, da ein gewaltiger Hangrutsch mit riesigen Steinen die Fahrbahn blockierte. Die Steine mussten erst gesprengt und von einem Bulldozer beseitigt werden, sodass die Strasse erst naechsten Tag um 8:15 wieder frei war. Ich aenderte daraufhin meinen Plan und fuhr nicht mehr weiter nach Yamunotri, einem der 4 wichtigen Pilgerorte im indischen Himalaya neben Gangotri, Badrinath und Kedarnath, sondern nach Rishikesh, um rechtzeitig meine Mutter in Delhi am Flughafen abholen zu koennen. Das Risiko nochmals in den Bergen eingesperrt zu werden, war mir nach all diesen Abenteuern einfach zu gross! So, und morgen geht es dann nach Delhi und von dort mit meiner Mutter nach Shimla und weiter nach Spiti und Ladakh. Ich hoffe, dass wir mit dem Wetter Glueck haben und gut ins schwer zugaengliche Spiti-Tal kommen!

 

 
       
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