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Malprojekt

Kinder aus 11 Laendern stellen ihr Land und ihre Lebenswelt dar

Vor 15 Jahren habe ich in der Slowakei die lokalen Etappen des 1989 von dem spirituellen Lehrer und Friedensphilosophen Sri Chinmoy ins Leben gerufenen Weltfriedenslaufes (PEACE RUN) koordiniert, bei dem insgesamt mehrere Tausend Kinder mit einer brennenden Fackel durch ihr Dorf, ihre Stadt oder ihren Bezirk gelaufen sind. Und mit der Unterstuetzung des Unterrichtsministeriums ist es mir gelungen einen Malbewerb zu organisieren, durch dem Kinder zwischen 10 und 18 Jahren die Moeglichkeit geboten wurde, ihre Vorstellungen von Frieden, Harmonie und einem gemeinsamen Miteinander auf schoepferische Weise auszudruecken. Die schoensten und besten Bilder wurden vor dem Rathaus in Bratislava ausgestellt und die Gewinner zur gleichzeitig staffindendenden Abschlussfeier des Friedenslaufes eingeladen. Zu meiner grossen Freude und Ueberraschung bekam ich schliesslich die schoensten Bilder geschenkt, und ich habe das hier abgebildete Siegerbild schon seit vielen Jahren bei mir zuhause haengen.

Und diese wunderschoenen und originellen Bilder haben mich dazu bewegt, ein 29m langes und 1,6m breites Stueck Baumwolle zu kaufen, auf dem ich Kinder in all den Laendern, die auf meinem Weg nach Indien liegen, die Gelegenheit geben wollte, ihre Gefuehls- und Gedankenwelt zum Ausdruck zu bringen, indem sie ihr Land, ihr Dorf, ihre Stadt und ihre Kultur anderen Kindern und auch Erwachsenen in anderen Laendern vorstellen. Fuer jedes Land waren ca. 3m Flaeche auf dem Banner vorgesehen, und den ersten Teil des Werkes haben 60 Volksschulkinder in meinem Heimatort Schenkenfelden mit Filzstiften bemalt. Zuvor haben ich ihnen in einer Diashow einige Bilder aus Indien gezeigt, ihnen ueber meine Reiseplaene erzaehlt und ihnen versprochen, dass ich mit dem fertig bemalten Banner in eineinhalb Jahren wieder bei ihnen auftauchen werde. Und mit einem beruehrenden Abschiedslied ueber meinen Heimatort haben sie mich dann schliesslich verabschiedet.

In der Slowakei waren die Schulen am Wochenende geschlossen, sodass ich die Kinder einiger mit mir seit vielen Jahren befreundeter Familien in der Pilgerstadt Levoca/Leutschau gebeten habe, den 2. Abschnitt des Banners mit den von mir mitgebrachten Farben auf wasserloeslicher Basis zu bemalen. Spaziergaenger zeigten sich recht interessiert an der Malaktion und einige Kinder aus der Nachbarschaft machten spontan mit.




In Ungarn hatte ich aufgrund des engen Zeitplans, der durch eine spaeter als urspruenglich geplante Abreise entstanden war, nur sehr wenig Zeit fuer die Malaktion zur Verfuegung. Und es wurde eine spannende Zeit fuer mich, meine Begleiterin Karin und unseren gemeinsamen Freund "Moped", der mit seinem eigenen Auto hinter uns herfuhr. Aber das Glueck war wieder mal auf meiner Seite, und in Mateszalka konnte ich mehrere Kinder und Jugendliche spontan zum Mitmachen motivieren.



In Bukarest besuchte ich meine damals dort lebende Schwester Susie, deren Tochter Lea in die Britisch School of Bukarest ging. Meine Schwester stellte das Projekt Leas Lehrerin vor, die ganz schnell viele Freiwillige unter den Kleinen aus vielen verschiedenen Laendern fand, die sich voller Begeisterung auf das Banner stuerzten und ein wunderbar buntes und lebhaftes Bild hervorbrachten. Einige von ihnen waren dann aber nach der Malaktion fast ebenso bunt wie das Banner.



In Bulgarien wurde es auch wieder spannend, da wir uns schon langsam der tuerkischen Grenze naeherten. Aber in Swilengrad sprach ich dann erfolgreich 3 huebsche Maedchen an, die auf einem oeffentlichen Platz sehr kreativ ihre Stadt und ihr Land vorstellten. Ein Reporter des lokalen Fernsehens kam zufaellig vorbei, filmte die Malaktion und machte mit mir ein Interview. Bei den Maedels bedankte ich mich dann schoen artig mit 3 modischen Sonnenbrillen.




In der Tuerkei hatten die Sommerferien schon angefangen, aber ich hatte relativ viel Zeit zur Verfuegung. In vollen Zuegen genoss ich die wunderbare Landschaft Kappadokiens und fand vor dem Tourismusbuero in Uerguep einen gut geeigneten Platz fuer die Malktion. Die Chefin, eine begnadete Kuenstlerin, malte einen wunderschonen Sonnenuntergang ueber Kappadokien und einige Mitglieder ihrer Familie beteiligten sich ebenfalls an dem Kunstwerk.



Im Iran schliesslich lernte ich eine sehr nette Familie kennen, mit deren Unterstuetzung ich auf dem grossen Imam-Platz in Esfahan, der von wunderschoenen Gebaeuden und Moscheen umgeben ist, die Aktion durchfuehren konnte. Einige verschleierte Maedchen und Frauen beteiligten sich ebenfalls am Zeichnen und Malen, und ein Jugendlicher brachte mit seiner Botschaft einen brennenden Wunsch vieler Iraner sehr klar zum Ausdruck: “ Wir werden nie Atomwaffen benuetzen. Aber wir brauchen die Atomkraft!”


In Turkmenistan hatte ich aufgrund der auesserst komplizierten Reisebestimmungen (strenge Visabestimmungen, fixe Strecken- und Zeitplanung sowie Buchung uebers einheimische Reisebuero) nur sehr wenig Zeit, sodass mir gegen meine Ueberzeugung keine andere Wahl blieb, als mit Hilfe meines Reisebueros 2 Jugendliche in der Hauptstadt Ashgabad zu organisieren, denen ich fuer ihre Mithilfe jeweils 10 Dollar zu bezahlen hatte - ein Superstundenlohn fuer turkmenische Verhaeltnisse!



In Usbekistan kam ich mit einem Besitzer eines Souvernirladens in Samarkand ins Gespraech, vor dessen Geschaeft ich dann mein Banner ausrollte und vorbeikommende Kinder zum Malen einlud. Bald waren an die 20 Kinder voller Begeisterung am Malen und viele westliche Touristen schauten interessiert zu. Leider habe ich von diesem Ereignis und auch von dem in Ashgabad/Turkmenistan keine Originalfotos, da alle meine Daten verloren gegangen sind durch den Diebstahl meiner Speicherkarten und die defekte Festplatte meines Laptops in Pakistan.

In Pakistan hingegen hatte ich jede Menge Zeit und auch entsprechendes Glueck, da die Sommerferien schon vorbei waren. Im wunderschoenen Yasin Valley im gebirgigen Nordpakistan beteiligten sich sowohl Maedchen (teilweise verschleiert) als auch Jungs der privaten Lalak Jan School in Hundur an der Malaktion, hatten jede Menge Spass dabei und posierten danach vor dem liebevoll bemalten Banner. Und abends gab es dann fuer mich und meinen Freund Carlos eine spontane und sehr lustige Musik- und Tanzdarbietung, die einer der Lehrer mit seinen Freunden organisiert hat. Naechsten Tag schenkte ich der Schule dann meinen alten Laptop, mit dem sie seither viel Freude haben!

In Indien fand dann meine Malaktion in Khajuraho, das wegen seiner vielen wunderschoenen Jain-Tempel mit eindeutig erotischen Darstellungen auch die “Stadt der Liebe” genannt wird, ihren kroenenden Abschluss. Unter den mehr als 200 Schuelerinnen der Maedchenschule suchte der sehr kooperative Direktor 20 talentierte Maedels aus, die sich zuerst untereinander absprachen, was sie machen wollten, und dann alles mit Bleistift vorzeichneten. Einige Details konnten dann leider nicht mehr ganz verwirklicht werden, da der Tag bereits zu Ende ging und es in der Schule keinen Strom gab. Naechsten Tag rollten wir vor der Schule das Banner in seiner vollen Laenge aus und die Maedchen bestaunten die vielen bunten Bilder aus den unterschiedlichen Laendern und Kulturen. Ein Reporter der lokalen Presse zeigte sich ebenfalls recht begeistert von dem Projekt und brachte einen Bildbericht in einer regionalen Zeitung. Als kleines Dankeschoen verteilte ich Filzstifte und Suessigkeiten an die 20 Maedchen und schenkte der Schule meine vielen Farbtoepfe, fuer die ich ja nun keine Verwendung mehr hatte.

 
https://fotoalbum.web.de/alben/mukti/Shambhala_Malaktion/miniatur
 
       
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