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Mashad, 25.8.2007

Liebe Freunde!

Seit gestern bin ich wieder Im Iran und habe gleich wieder einmal die unglaubliche Hilfsbereitschaft der Menschen hier im Iran - und generell in Zentralasien - kennenlernen duerfen. Wegen des Zeitunterschiedes von 1,5 Stunden zwischen Turkmenistan und dem Iran und weil Freitag war ("Sonntag" fuer Muslime) war niemand mehr vom Zoll anwesend, der meine Fahrzeugpapiere - mein "Carnet des Passages" - abstempelte. Ganz ploetzlich stoppte aber ein Auto neben mir und eine Frau bot mir spontan ihre Hilfe an, organisierte die notwendigen Leute und ich konnte die Grenze kurz darauf passieren. Sonst haette ich an der Grenze uebernachten und bis Samstag warten muessen! Spaeter halfen mir dann Leute wieder ganz fantastisch und selbstlos bei der Suche nach Sehenswuerdigkeiten und dem Weg nach Mashad.

Iran

Im Iran fuehlte ich mich endlich wieder um einiges freier, nachdem ich in Turkmenistan fuer 2 Tage an meine vorgebuchte Reiseroute gebunden war und am letzten Tag fuer ca. 30-40 km wieder mal eine Horrorstrecke mit meinem braven GANESHA (mein VW Bus mit Allrad) zuruecklagen musste. Am 1. Tag durfte ich an der Grenze wieder mal die Staatskasse etwas aufbessern, denn sobald sich ein Tourist mit eigenem Auto der turkmenischen Grenze naehert, wittern die Beamten viele frische US Dollar. Bei meiner allerersten Einreise am 9.8. haben sie mir - wie jeden anderen auch - mal 12 Dollar abgenommen. Aber dann kam`s ganz dick: 45 Dollar Versicherung fuers Auto, 27 Dollar Dieselsteuer, weil 70l Diesel nur 1 Dollar kosten, 3 Dollar fuer die nicht erfolgte Desinfektion des Autos, 25 Dollar fuer die Bearbeitung dieser modernen Raubrittersgschicht und zuletzt noch 2 Dollar fuer die Bestaetigung, dass ich fuer all das brav 102 Dollar bezahlt habe. Bei der Rueckreise aus Uzbekistan konnte ich leider keinen Stammkundendiskont rausholen, aber immerhin bezahlte ich 2 Dollar weniger, weil die zurueckgelegt Strecke etwas kuerzer war!

Die Geschichte ist aber noch nicht zu Ende, liebe Freunde! Ihr wisst ja gar nicht, wie gut ihr es in Oesterreich habt! Die Turkmenen haben naemlich noch eine tolle Einnahmequelle entdeckt: Eine alte Pontonbruecke, die ihnen wahrscheinlich ihre (Benzin-)Brueder, die Sowjets, ueber der Amurdaya-Fluss gebaut haben. Und fuer das Ueberqueren dieser wackeligen Bruecke (ca. 250m) verlangen sie pro Auto 10 Dollar. In Uzbekistan kostet der gleiche Spass uebrigens nur 4 Dollar. 10 Dollar waeren ja noch irgendwo okay, aber von mir wollten sie 50 Dollar, weil mein kleiner VW Bus in ihren Augen ja ein richtiger Bus ist!!! Ich war stinksauer auf dieses besch ... System, musst e aber fluchend (gehoert sich nicht - weiss ich eh!) und zaehneknirschend bezahlen. Bis jetzt war jedenfalls Turkmenistan das unattraktivste Land, da die Landschaft hauptsaechlich aus Wueste besteht und es bis auf die Hauptstadt Ashgabad, die wegen der vielen neuen Gebaeude, die der letzten Winter verstorbene Praesident mit Marmor verzieren liess, nur wenig Interessantes zu sehen gibt. Die Leute sind allerdings sehr freundlich und hilfsbereit - wie auch in Uzbekistan. Nur gibt es in beiden Laendern viel zu viele Polizisten und alle 30-40 km Polizeikontrollen, wobei die Polzisten in Uzbekistan allerdings recht nett und freundlich sind. Das alles erinnert sehr stark an das alte kommunistische System, das vor allem in Turkmenistan noch immer sehr praesent ist.

In Uzbekistan hatte ich aber eine gute Zeit und auch die Temperatur war mit ca. 35 -38 Grad relativ angenehm. Khiva, Buchara und Samarkand sind sehr angenehme Staedte und es gibt viel zu sehen. Allerdings ist Uzbekistan so eine Art Disneyland fuer Touristen, da die wunderschoenen Moscheen und Medressen (ehemalige Schulen und Unterkuenfte fuer Schueler und Studenten) hauptsaechlich fuer die relativ vielen Touristen renoviert wurden und nun als Verkaufsflaechen fuer Souvenirs und als Restaurants dienen. Aber die Atmosphaere dort ist recht angenehm und locker.

In Buchara habe ich den Guenther aus Graz getroffen, der mit dem Rad von Lhasa aus ueber Nepal, Indien, Pakistan, China, Kirgisistan, Tadschikistan nach Uzbekistan gefahren ist, wo es endlich wieder mal eben ist, und wo es auch wieder mal gute Strassen gibt. Ueber den Iran will er dann weiter nach Hause radeln. Unterwegs habe ich auch schon einige Radler getroffen, die allerdings meist von Europa aus in Richtung China unterwegs sind.

Aber davon mehr in meinem naechsten Bericht, der bald erscheinen wird. Jetzt heisst es naemlich schlafen gehen, da es schon kurz nach Mitternacht ist. Dieses Mal parke ich auf einem ruhigen Platz mitten in der Stadt - ganz in der Naehe von diesem phantastichen Imam Reza Schrein, dem wichtigsten Pilgerzentrum der Schiiten, der alles bisher Gesehene in den Schatten stellt. Die Atmosphaere auf dieser riesigen Anlage ist einfach super! Leider darf man hier allerdings nicht fotografieren!!!
Liebe Gruesse aus Mashad und ich wuensche euch allen viel Sonnenschein und ganz viel Lebensfreude!
Mukti

Imam Platz in Esfahan

Esfahan

https://fotoalbum.web.de/gast/mukti/Shambhala_Fotos_Iran

       
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